To live a dream

Die Aussage von Helmut Schmidt gehört zu den Klassikern: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen!“ Die Realität, Pragmatismus auch die Kunst, das war seine Welt, diese Gesetzmäßigkeiten kannte er sehr gut, dazu wurde er bis ins hohe Alter geschätzt. Ein Mensch mit Visionen war er nie – schade.

Es gab andere Menschen, oft als Spinner belächelt, die eine Idee hatten, einen Traum. Legendär ist die Rede von Martin Luther King „I have a dream“ (ich habe einen Traum). Menschen wie Gandhi, Nelson Mandela… brachten die Menschheit voran. Nicht nur durch ihren Traum, sondern auch durch eine Idee, wie sich dieser Traum realisieren lassen könnte sowie mit dem Blick für Gelegenheiten, diesem Traum näher zu kommen. Grundlage dafür ist viel Geduld und die Gewissheit, dass es eines Tages gelingen wird.

Der Gedanke Jesu vom Reich Gottes gehört in die Kategorie, die die Menschheit nachhaltig verändert. Das Reich Gottes, das mit Jesus auf Erden begonnen hat, das in seinen Nachfolgern seither lebt und wächst und bei Jesu Wiederkunft zur Vollendung kommen wird. Die Bergpredigt (Matth. 5) von Jesu war der Auftakt, gewissermaßen die Regierungserklärung des Reiches Gottes. Durch Jesu Tod und Auferstehung sind die Voraussetzung geschaffen worden, dass es für jeden Menschen Realität werden kann. Für viele genial, für andere Spinnerei. Wer daran glaubt, ist selig.

Geborgenheit erleben

Bei einem Spaziergang im Wildpark haben wir diesen Damhirsch entdeckt, der offensichtlich den Sonnenuntergang genießt. Für mich ein Bild für Geborgenheit und in sich ruhen können.

Geborgenheit ist „mehr als nur Sicherheit, Schutz und Unverletzbarkeit; Geborgenheit symbolisiert auch Nähe, Wärme, Ruhe und Frieden“ (Wikipedia). Diese Beschreibung macht deutlich, warum es eine tiefe Sehnsucht des Menschen nach Geborgenheit gibt.

Geborgenheit kann nicht erworben werden. Geborgenheit resultiert nach unserem Spruch allein aus erfahrener Liebe.

Liebe ist ein Geschenk, nach Erich Fromm auch eine Kunst, aber Liebe resultiert auf keinen Fall auf einen Verdienst.

So finde ich Geborgenheit nur bei Menschen, die mir Liebe und Nähe schenken, und nur bei einem Gott, der mir in Liebe begegnet und Nähe sucht, wie im Bild eines liebenden Vater dargestellt. In einem Psalm (4,9) drückt es David wie folgt aus: „Ich will mich in Frieden hinlegen und schlafen, denn du allein, Herr, gibst mir Geborgenheit.“ (Neues Leben)

Wir wünschen allen diese tiefe Geborgenheit in Gott und den Mut andere mit unserer Liebe zu beschenken, damit auch sie diese Geborgenheit spüren können.

Nicht erfüllte Sehnsucht schmerzt

Sehnsucht ist ein inniges Verlangen nach einer Person, die man liebt, oder nach einem Zustand, den man begehrt. Deshalb treibt Sehnsucht an, aktiviert und beflügelt. Umgekehrt verursachen nicht erfüllte Sehnsüchte sehr große Schmerzen.

Gott hat als Schöpfer genau diese Sehnsucht in die Menschen eingepflanzt. Es ist eine tief verwurzelte Sehnsucht nach Gott, die einen motiviert, beflügelt und glücklich macht.

Große Schmerzen bis hin zu Seelenqualen haben Menschen, die Gott, aus welchen Gründen auch immer, nicht als liebenden Vater sehen dürfen. Was für eine schreckliche Perversion des Evangeliums, die Hürden aufstellt für innig suchenden Menschen und damit den direkten Weg zu Gott und zu der von Gott angebotenen Glückseligkeit versperrt.

Wir haben weder etwas dazugetan, dass Gott die Sehnsucht nach ihm in uns Menschen gelegt hat noch dass er, in seiner Liebe zu den Menschen, anbietet, in einer persönlichen Beziehung diese Sehnsucht zu stillen. Es entspringt allein Gottes Liebe zu den Menschen.

Wir können nur eines, diese Beziehung freudig und in großer Dankbarkeit, beflügelt und bereichert leben.

Atemholen

Auf dem Foto sehen wir die Schwanzflosse eines Buckelwals. Buckelwale sind Säugetiere, die regelmäßig zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen müssen. Anschließend tauchen sie wieder in ihre Welt ein und geben freudige Töne von sich.

Für mich ein schönes Bild. Regelmäßig aus der Welt des Alltags bewusst heraustreten in eine Umgebung, in der genügend Luft zum Atmen ist und der Horizont deutlich weiter ist und mir damit eine ganz neue Perspektive bietet. Anschließend kann ich mit neuem Atem wieder in die Alltagswelt abtauchen und dort deutlich freudiger und bewusster leben.

Für Christen ist das Reich Gottes so eine andere Welt, die einem einen anderen Blick auf die alltäglichen Dinge schenkt. Außerdem erkennt man, was durch Gott bereits am Entstehen ist und dort andere Gesetzmäßigkeiten gelten.

Es ist diese Welt, die Jesus in seiner Bergpredigt (Matth. 5) vorstellt und zu der wir bereits heute Zugang haben können, um in unserer Alltagswelt, wie immer sie sich auch gerade präsentiert, freudig leben können (Luther sagte selig – deshalb Seligpreisungen).

Wir wünschen allen dieses regelmäßige Atemholen in Gottes Reich

Künstler des Liebens sind Lebenskünstler

Vor über 60 Jahren erschien das Buch von Erich Fromm „Die Kunst des Liebens“, der den Grundsatz vertritt, dass Liebe Wissen und aktives Bemühen erfordert.

Paulus schreibt im “Hohen Lied der Liebe“ (1. Kor. 13), dass alles Tun vor Gott völlig nutzlos ist, wenn die Motivation dazu nicht Liebe ist, weil am Ende der Zeit nur die Liebe bestehen wird.

Jesus macht deutlich, dass in den beiden Liebesgeboten (Matth. 22, 36-40) „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ alles hängt (Gesetze und Propheten). Nicht zuletzt macht Jesus die Liebe untereinander zum unverwechselbaren Erkennungsmerkmal seiner Nachfolger (Joh. 13, 35).

Lieben ist eine hohe Kunst, an jeder Kunst muss ständig gearbeitet werden und fordert mich als Künstler immer ganz. In Zeiten, in denen Menschen für Liebe überhaupt nicht empfänglich zu sein scheinen, hilft die Gewissheit, dass am Ende die Liebe sich durchsetzen wird.

Wir wünschen allen Mut, Ausdauer und Gottes Segen als Künstler des Liebens wahre Lebenskünstler zu sein.

Stille suchen und aushalten

Vor kurzem kam es mitten in meiner erfolgreichen Sturm- und Drangphase zum Knockout in der Predigt zum Thema „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“ (Psalm 46,11)

Stille statt Action, Stille statt Planung und Organisation, Stille statt Effizienzsteigerung – Stille geht gar nicht, Stille ist nicht auszuhalten!

Ich schaff es wenigstens über Stille nachzudenken – das ist schon mal etwas, und erkenne, nur in der Stille wächst Erkenntnis, die das Leben vertieft und automatisch entschleunigt.

Es gibt viel zu entdecken und zu erkennen, bei mir selbst, in meinem direkten Umfeld, in meinen Beziehungen. Wunderbare Details, die plötzlich ins Bewusstsein kommen und eine ganz neue Art von Lebensfreude hervorrufen.

Schon der Weg zur Stille hat was; was bringt Stille erst, wenn man sie wirklich aushält!

Für Gläubige kommt hinzu, dass ich in der Stille erkenne, dass Gott überhaupt für mich existiert und mein Vertrauen in IHN vertieft wird was meine Lebensfreude nochmals steigert.

Ich wünsche allen Zeit, Mut und Kraft zur Stille.

Kontostand des Herzens

Jahresende – Zeit zu bilanzieren und den Kontostand zu überprüfen. Zuviel auf dem Konto, bei den Zinsen? Konto überzogen, bei den Überziehungszinsen? Konto mit kleinem Polster, alles andere sinnvoll investiert?

Zum Kontoauszug des Herzens:

  • Zu sparsam gewesen, Vertrauen und Liebe zwar gehortet, aber es hat sich nicht vermehrt?
  • Zu leichtfertig Vertrauen und Liebe verschenkt und jetzt ein Defizit, das, wenn es ganz dumm läuft, mich mein Leben lang belastet und dringend Schuldenberatung erfordert?
  • In Vertrauen und Liebe investiert, sorgsam und überlegt? Dort investiert, wo Vertrauen und Liebe notwendig gebraucht wird, aber auch die Bereitschaft vorhanden ist, sich darauf einzulassen. Investiert mit Augenmaß, in Achtsamkeit auch zu mir selbst, mit ausreichend Reserve?

Wir wünschen allen Gottes Segen, Zeit und Mut zu ehrlichen Bilanzen und viel Weisheit und Freude bei der Investitions-planung für das neue Jahr.

Sich Zeit nehmen um seine Zeit besser zu nutzen

„Wie die Zeit verrinnt“ ist ein bekannter Ausspruch. Die Zeit lässt sich bekanntlich nicht festhalten – das ist gut in schwierigen Zeiten – schade in besonders guten Zeiten. Dieses Faktum ist von uns nicht änderbar, deshalb lohnt es sich nicht darüber Zeit zu verschwenden. Es lohnt, sich Zeit zu nehmen, um darüber nachzudenken, wofür es sich lohnt sich Zeit zu nehmen.

Es lohnt sich sicherlich sich Zeit zu nehmen für sich selbst, zum Nachdenken, zum Abschalten, zum inneren Dialog, zum Gespräch mit Menschen, die einem nahestehen, sowie mit Menschen, die Hilfe benötigen. Für Gläubige ist es wesentlich, sich ausreichend Zeit zu nehmen zum tiefgehenden Dialog mit Gott.

Ein bekanntes Lied lautet: „Meine Zeit, steht in deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir. Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden. Gib mir ein festen Herz, mach es fest in dir.“

Die Zeit, die ich täglich und wöchentlich für Wesentliches reserviere, ist eine der besten Investition in die Zukunft.

Wir wünschen allen eine gute (Advents-) Zeit.

Die Erfahrungen machen uns aus

Unser heutiges Foto zeigt eine echte Rose. Das besondere an ihr ist, dass ihr Stiel mehrfach gespalten wurde und in Gefäße mit unterschiedlich gefärbtem Wasser gestellt wurde. Dieses Wasser wanderte den Stiel hinauf und färbte die Blütenblätter in der jeweiligen Farbe. Für mich ein gutes Anschauungsbild wie das, was um uns geschieht, uns direkt beeinflusst und prägt. Unsere Erfahrungen der Vergangenheit haben uns zum dem gemacht, was wir heute sind, und die kommenden Erfahrungen werden das aus uns machen, was wir in Zukunft sein werden.

Das Schöne daran ist, dass wir einen gewissen Einfluss darauf haben, wie unsere Umgebung aussieht und damit indirekt auf die möglichen Erfahrungen, die sich darin ergeben können.

Die Adventszeit ist eine Zeit, in der man in Vorweihnachtshektik kommen kann oder in der man sich hin und wieder ganz bewusst Zeiten reserviert bei Kerze, Tee, eventuell etwas Musik, vielleicht auch mit Menschen, die einem nahestehen. Solche Erfahrungen lassen einen aufblühen und geben dem Leben Farbe.

Wir wünschen allen eine segensreiche Adventszeit