
Menschen, die perfekt sein wollen, sind mir schon immer suspekt. Perfekt sein zu können, ist eine Illusion und führt dazu, eine Fassade aufzubauen, die makellos glänzen soll, und Stress, diese Makellosigkeit ständig aufrecht zu halten.
Wenn man den Mut hat sein Innerstes zu zeigen, sowie man ist, mit seinen Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, macht man sich zwar verletzlich, aber schafft dadurch Vertrauen und ein Fundament für gute Verbindungen.
Das zeigt sich im zwischenmenschlichen Bereich genauso wie im Bereich des christlichen Glaubens.
Jesus illustriert das messerscharf in der Geschichte vom „makellosen“ Pharisäer und dem Zöllner (Luk. 18, 9-14).
Übertragen heißt das, wer so, wie er ist, vor Gott tritt, mit all seinen Ecken und Kanten, seinen Stärken und Schwächen, bekommt dadurch eine heilbringende Beziehung zu Gott.