Gütig sein können heißt frei sein

Frei sein fällt nicht vom „Himmel“. Frei sein hat immer einen Preis, Bedarf eines Lösegelds! Das gilt für die äußere Freiheit (keine Unterdrückung) wie für die innere Freiheit (kein innerer Zwang).

Frei sein heißt, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten wählen zu können.

ohne Zwang die Nöte anderer sehen zu können und das zu tun, was für mich möglich ist, um die Not etwas zu lindern.

einfach, ohne Grund, Menschen eine Freude zu machen.

nicht zwingend auf mein Recht bestehen zu müssen, egal ob im Verkehr, im Beruf …

Frei sein bedeutet vor allem, befreit zu sein von der Last meiner Schuld und den damit eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten.

Paulus schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ Gal. 5, 1. Freiheit ist etwas Lebendiges und muss wie alles Lebendige gelebt werden, sonst geht es mehr oder weniger langsam wieder zurück.

Wir wünschen allen Gottes Segen, um in der Freiheit in Christus  zu leben.

Gott ist gut und will für den Menschen nur Gutes

Am letzten Wochenende wurde ich an eine Predigt erinnert, deren Gesamtaussage so zusammengefasst wird:

„Gott ist gut, Gott ist nur gut

und Gott will für uns Menschen nur Gutes!“

Wenn der Glaube auf so einer Überzeugung basiert, dann ist der heutige Spruch eine konsequente Schlussfolgerung.

  • Sich auf Gott verlassen, ganz besonders in Situationen, in denen ich mir völlig verlassen vorkomme.
  • Sich auf Gott verlassen, wenn Schuld, Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit mich zu erdrücken droht.
  • Sich auf Gott verlassen, wenn ich mich entschieden habe, neue unbekannte Wege und Herausforderungen anzunehmen.

Wenn ich überzeugt bin, dass Gott nur das Beste für mich möchte, darf ich gelassen in ihm sein, wenn ich mich auf ihn verlasse.

Was für ein Angebot und welch eine Perspektive!

Heimat ist dort wo…

Hn letzter Zeit taucht der Begriff Heimat immer häufiger auf. Es gibt jetzt ein Ministerium, das für Heimat zuständig ist. Für immer mehr entwurzelte und vertriebene Menschen zeigt sich die Sehnsucht nach Heimat immer stärker.

Aber was macht Heimat aus? Ist Heimat dort, wo ich geboren wurde? Ist Heimat dort, wo ich aufgewachsen bin?

Johann Friedrich von Herder beschreibt Heimat in einem ganz anderen Zusammenhang. Heimat ist dort, wo ich so sein darf wie ich bin, ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung, dort werde ich, so wie ich bin, angenommen. Was für eine schöne Vorstellung.

Ein Choral drückt dies sehr treffend aus „So wie ich bin, ohn‘ alle Zier, komm durch Dein Blut ich, Herr, zu Dir.“ Das ist Heimat, die Gott den Menschen anbietet. Wir dürfen sein wie wir sind in seiner Gegenwart, aber Gottes Gegenwart verändert jeden auf ganz natürliche Weise: „Sag mir mit wem du gehst und ich sage dir wer bist!“

Wir wünschen allen, so eine Heimat zu haben oder zu finden –  ein großes Geschenk.

Das Ziel ist entscheidend

Heute geht es um das Große und Ganze, den Weg – den Lebensweg. Die erste Frage ist, gibt es den einen richtigen Weg? Die Lebenserfahrung zeigt uns klar, den einen richtigen Weg gibt es nicht. Es gibt immer mehrere Wege um ans Ziel zu kommen, manches Mal hat sich der Umweg als der direkteste Weg herausgestellt.

Die zweite Frage ist, ist der Weg, der für mich richtig geworden ist, auch zwingend der richtige Weg für andere? Zur Veranschaulichung: Wenn das Ziel Hamburg ist, dann sehen die Wege eines Münchners ganz anders aus als die Wege eines Flensburgers.

Die Fragestellung „richtiger Weg“ lenkt ab von der entscheidenden Frage, bringt mich dieser Weg dem Ziel näher. Damit steht automatisch die Frage nach dem Ziel im Raum, ist das Ziel klar und eindeutig? Paulus schreibt: „Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel…“ (Phil.3, 13-14)

Für meinen persönlichen Lebensweg ist allein mein persönliches Lebensziel entscheidend, dabei wird für Gläubige auch die persönlich Beziehung zu Gott sichtbar.

Wir wünschen allen Gottes Segen beim Nachdenken über diese Gedanken

Umgang mit Fehler macht erfolgreich

Die Autos auf unserer heutigen Spruchkarte in Kuba sind bis zu 60 Jahre alt. Nicht wenige Teile fehlen oder sind kaputt, trotzdem fahren diese Oldtimer. Die Menschen haben gelernt mit Begrenzungen und Fehlern zu leben und sind nach meiner Erfahrung sehr erfolgreich darin.

Die Erfahrung in unserer Gesellschaft ist, dass wir mit Fehlern immer schwerer umgehen können und deshalb der Drang nach Perfektion massiv zugenommen hat. Diese Entwicklung beobachte ich mit einer gewissen Sorge.

Leider ist auch immer öfters in theologischen Bereichen dieser Trend zu beobachten. Im Fokus steht nicht der Umgang mit Fehlern, sondern es wird häufig krampfhaft versucht, immer perfekter zu werden. Theologische Schlussfolgerung, das Scheitern ist vorprogrammiert.

Der Erfolgsfaktor im christlichen Glauben ist, dass das Thema Fehler (Sünde, Schuld) geklärt ist. Frei nach Luk.7,47 „Wem viel vergeben wurde, der liebt auch viel!“

Wir wünschen allen ein erfolgreiches Leben.

Gedanken machen sich im Leben bemerkbar

Beschreibt ein hochaktuelles Thema „Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker, das alles sind rein vergebliche Werke; denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei.“

Gedanken sind prinzipiell frei, aber sind sie geheim?

Gedanken hinterlassen Spuren im Gehirn, je häufiger sie auftreten, färben sie unsere Gedanken und Gefühle, was sich im Leben bemerkbar macht. Im Lied heißt es weiter: „ Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen und denken dabei: die Gedanken sind frei.“ Schwer vorstellbar, dass dieses Lachen im Herzen nur im Verborgenen geschieht. Jeder Einzelne kann (muss aber nicht) entscheiden, welche Gedanken sein Leben prägen und wer seine Gedanken prägen darf.

Jesus sagt in der Bergpredigt: „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens … Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“ Lk. 6,45

Wir wünschen allen Gottes Segen, Kraft, Mut und Weisheit diese Freiheit der Gedanken zu leben.

Nicht Ängste sondern Träume leben

Momentan haben Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Das wird genutzt, um gezielt Stimmungen zu erzeugen, Massen zu mobilisieren, Wahlen zu gewinnen, letztendlich um Macht zu bekommen oder weiter auszubauen. Dieses funktioniert dadurch, weil bewusst Ängste geschürt werden, die Menschen im Innersten so fesseln, dass sie sich davon nur schwer befreien können. Es ist ein trostloses Leben.

Das Ziel Gottes ist nicht Angst zu verbreiten, sondern genau das Gegenteil: von Angst zu befreien. „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Joh. 16,33

Jesus hat die Ursache der Angst und alles Böse an Ostern überwunden und wird zu seiner Zeit dies auch vollenden. Das ist eine Perspektive die heute das Leben farbig und froh macht und in der Vollendung alle menschlichen Träume übersteigt.

Leben wir diesen Traum im Vertrauen auf Gott.

Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist

Lange Zeit galt für mich der Satz, Heimat ist dort, wo ich meine Wurzeln habe. Mittlerweile erleben wir aber immer mehr wie Menschen herausgerissen oder auch vertrieben werden und damit „entwurzelt“ sind. Auf der Suche nach einer erweiterten Definition fand ich „Heimat ist dort, wo ich der sein kann, der ich bin“ oder wie in unserem heutigen Spruch formuliert: „Heimat ist, wo das Herz zu Hause ist.“

Es ist wichtig eine Heimat zu haben oder eine neue Heimat gefunden zu haben. Heimat ist der Ankerplatz meines Lebens, der mir Schutz und Sicherheit gibt, der Ort, an dem ich auftanken kann und vielleicht sogar einen Liegeplatz habe.

Dieser Schnappschuss von dem Nest am Kreuz Jesu ist für mich ein Bild von Gottes Angebot. Sicherheit, Nähe und Geborgenheit. Das ist das Wesen des christlichen Glaubens und dieses Angebot drückt Jesus Einladung besonders gut aus: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Matth. 11, 28).

Wir wünschen allen einen Ort, an dem das Herz zu Hause ist.

Glaube ist Glaubenssache

Das Bild zeigt die Spiegelung eines Baumes im Fluss, der an dieser Stelle einen leichten Strudel hat.

Für mich ein schönes Bild zum Thema Wahrnehmung. Je bewegter und turbulenter das Leben ist, umso unklarer und verzerrter ist das, was ich wahrnehme und sehe.

Manche sehen etwas ganz klar, weil sie sich Zeit nehmen, es in Ruhe und aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, andere können darauf entgegnen, da ist nichts, du bildest dir nur etwas ein. Und tatsächlich, sie sehen auch nichts, weil ihre Wahrnehmung, durch welche Turbulenzen oder blinden Flecke auch immer, dafür beeinträchtig ist.

So ist es auch mit dem Erleben eines persönlichen Gottes. Wenn ich glaube, dass es einen himmlischen Vater gibt, werde ich viele Erlebnisse haben, die dies bestätigen. Umgekehrt, wenn ich überzeugt bin, dass es einen persönlichen Gott, wie ihn die Bibel beschreibt, nicht geben kann, werde ich dafür genügend Anhaltspunkte finden, die meinen Glauben bestätigen.

Der Glaube gründet sich nicht auf Beweise, sondern lediglich auf Indizien, die für den Gläubigen durch Erfahrungen zur Gewissheit werden. Dieses Verständnis hilft im Umgang miteinander.