Atemholen

Auf dem Foto sehen wir die Schwanzflosse eines Buckelwals. Buckelwale sind Säugetiere, die regelmäßig zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen müssen. Anschließend tauchen sie wieder in ihre Welt ein und geben freudige Töne von sich.

Für mich ein schönes Bild. Regelmäßig aus der Welt des Alltags bewusst heraustreten in eine Umgebung, in der genügend Luft zum Atmen ist und der Horizont deutlich weiter ist und mir damit eine ganz neue Perspektive bietet. Anschließend kann ich mit neuem Atem wieder in die Alltagswelt abtauchen und dort deutlich freudiger und bewusster leben.

Für Christen ist das Reich Gottes so eine andere Welt, die einem einen anderen Blick auf die alltäglichen Dinge schenkt. Außerdem erkennt man, was durch Gott bereits am Entstehen ist und dort andere Gesetzmäßigkeiten gelten.

Es ist diese Welt, die Jesus in seiner Bergpredigt (Matth. 5) vorstellt und zu der wir bereits heute Zugang haben können, um in unserer Alltagswelt, wie immer sie sich auch gerade präsentiert, freudig leben können (Luther sagte selig – deshalb Seligpreisungen).

Wir wünschen allen dieses regelmäßige Atemholen in Gottes Reich

Künstler des Liebens sind Lebenskünstler

Vor über 60 Jahren erschien das Buch von Erich Fromm „Die Kunst des Liebens“, der den Grundsatz vertritt, dass Liebe Wissen und aktives Bemühen erfordert.

Paulus schreibt im “Hohen Lied der Liebe“ (1. Kor. 13), dass alles Tun vor Gott völlig nutzlos ist, wenn die Motivation dazu nicht Liebe ist, weil am Ende der Zeit nur die Liebe bestehen wird.

Jesus macht deutlich, dass in den beiden Liebesgeboten (Matth. 22, 36-40) „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“ und „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ alles hängt (Gesetze und Propheten). Nicht zuletzt macht Jesus die Liebe untereinander zum unverwechselbaren Erkennungsmerkmal seiner Nachfolger (Joh. 13, 35).

Lieben ist eine hohe Kunst, an jeder Kunst muss ständig gearbeitet werden und fordert mich als Künstler immer ganz. In Zeiten, in denen Menschen für Liebe überhaupt nicht empfänglich zu sein scheinen, hilft die Gewissheit, dass am Ende die Liebe sich durchsetzen wird.

Wir wünschen allen Mut, Ausdauer und Gottes Segen als Künstler des Liebens wahre Lebenskünstler zu sein.

Stille suchen und aushalten

Vor kurzem kam es mitten in meiner erfolgreichen Sturm- und Drangphase zum Knockout in der Predigt zum Thema „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!“ (Psalm 46,11)

Stille statt Action, Stille statt Planung und Organisation, Stille statt Effizienzsteigerung – Stille geht gar nicht, Stille ist nicht auszuhalten!

Ich schaff es wenigstens über Stille nachzudenken – das ist schon mal etwas, und erkenne, nur in der Stille wächst Erkenntnis, die das Leben vertieft und automatisch entschleunigt.

Es gibt viel zu entdecken und zu erkennen, bei mir selbst, in meinem direkten Umfeld, in meinen Beziehungen. Wunderbare Details, die plötzlich ins Bewusstsein kommen und eine ganz neue Art von Lebensfreude hervorrufen.

Schon der Weg zur Stille hat was; was bringt Stille erst, wenn man sie wirklich aushält!

Für Gläubige kommt hinzu, dass ich in der Stille erkenne, dass Gott überhaupt für mich existiert und mein Vertrauen in IHN vertieft wird was meine Lebensfreude nochmals steigert.

Ich wünsche allen Zeit, Mut und Kraft zur Stille.