Mit heiligem Heimweh leben

 

Das Foto zum heutigen Spruch zeigt den Sonnenaufgang bei uns zu Hause am 1. Januar dieses Jahres. Bemerkenswert sind die Kreuzformen durch die Kondensstreifen.

Zum Spruch: der Begriff Heimweh bedeutet: Sehnsucht nach der Heimat in der Fremde. Das heißt, es gibt eine Heimat, mit der ich mich verbunden weiß, jedoch habe ich aktuell anderswo meinen Lebensmittelpunkt, wo ich auch Wurzeln geschlagen habe und wo es mir gut geht. Trotzdem ist tief in mir verankert, meine Heimat ist anderswo, dorthin werde ich wieder zurückgehen. Wenn es mir mal nicht so gut geht, gibt mir dieser Anker viel Kraft und Geduld.

So ein heiliges Heimweh ist ein Segen und bereichert das Leben im Hier und Jetzt, weil es einem eine unglaubliche Perspektive vermittelt, ich werde einmal dort sein, wo ich wirklich zu Hause bin. Somit kann ich heute bei mir sein in der Gewissheit der Annahme bei Gott und seiner Begleitung, und am Ende werde ich zu Hause sein bei meinem Schöpfer und Erlöser.

Lieber Gott, danke für dieses heilige Heimweh!

Zum MenschSEIN gehört Anbetung

Der Fußballklub „Waldhof Mannheim“ spielte unter Trainer Klaus Schlappner von 1983 – 90 in der ersten Bundesliga. Die Euphorie bei den Fans war gigantisch. Aus dieser Zeit stammt ein Transparent, das ich bis heute nicht vergessen habe: „Waldhof ist unsere Religion und Schlappi unser Gott“

Zeremonien in vielen Fußballstadien haben oft etwas Religiöses, die Fans glauben an ihren Verein und manche beten ihre Stars regelrecht an.

Für Dostojewski gibt es keinen Zweifel: zum Menschsein gehört Anbetung. Die Wurzel liegt darin, dass Gott den Menschen zu seinem Gegenüber geschaffen hat. Für mich macht es Sinn, diese tief im Menschen verankerte Sehnsucht auf den zu richten, der diese in die Menschen hineingelegt hat.

Am Sonntag beginnt wieder die Allianzgebetswoche. Es ist eine gute Gelegenheit, zu Beginn eines neuen Jahres sich bewusst Zeit für das Gespräch mit Gott zu nehmen in einer Gruppe oder einfach für sich selbst. Wir wünschen allen eine gesegnete Zeit.

Zum Beginn des neuen Jahres

Ein neues Jahr liegt vor uns mit vielen Ungewissheiten und wahrscheinlich bei vielen mit wenig Hoffnung, dass die Pandemie bald zu Ende sein wird.

Unseren Spruch zum Jahreswechsel möchte ich aus diesem Grund etwas abwandeln. Wir sollten nicht nur leben, als ob demnächst die Pandemie zu Ende wäre, sondern auch so, dass wir über einen längeren Zeitraum damit leben müssen.

Das Lebensmotto einer Frau, die kürzlich im hohen Alter eingeschlafen ist, lautete: „Die Situation annehmen, positiv denken und das Beste daraus machen!“

Es wird ein gutes Jahr werden, wenn ich das annehme, was ich sowieso nicht ändern kann, und wenn ich über alle Zweifel hinweg Vertrauen habe in Gottes Führung, dass es am Ende gut für mich sein wird, egal wie es ausgehen wird.

Diese Grundhaltung befreit, gibt Kraft die Themen anzupacken, die ich ändern kann.

In diesem Sinne wünschen wir allen ein gutes neues Jahr.

Gesegnete Weihnachten

Das zweite Weihnachten unter außergewöhnlichen Bedingungen steht vor der Tür. Für viele ist es bedrückend mitzuerleben, wie stark diese Pandemie im persönlichen Umfeld Auswirkungen zeigt. Wir erleben wie Menschen in Kliniken und Arztpraxen dauerhaft am Limit arbeiten und oft nicht mehr wissen, wie lange sie das noch durchhalten werden. Aus diesem Grund fällt es uns dieses Mal schwer „frohe Weihnachten“ zu wünschen. Vielleicht ist das aber die Chance, näher an das eigentliche von Weihnachten heranzukommen. Mit dem irischen Weihnachtssegen wünschen wir gesegnete Weihnachtstage

Ohne Emotionen…

In einem Lied heißt es: „Denn immer; immer wieder geht die Sonne auf…denn Dunkelheit für immer gibt es nicht…“. Leider sehen wir manchmal die Sonne nicht, obwohl sie scheint, weil Wolken die Sonne verdecken oder in der jetzigen Jahreszeit eine dicke Nebelsuppe alles verhüllt. Immer häufiger stellt man aber auch fest, dass Menschen auch die Sonne nicht mehr sehen, selbst wenn es strahlend blauen Himmel gibt, weil sie sich stark zurückgezogen haben und manchmal dabei richtig apathisch geworden sind. Unser Spruch sagt, nur durch Emotionen kann es zu Änderungen kommen, wieder lernen sich an kleinen Dingen zu freuen, an einer Kerze im Advent, am Geruch eines gut duftenden Tees, an einem guten Wort, an einem schönen Bild oder an Fotos aus vergangenen (schöneren) Tagen… Jede kleine Freude ist wie der Schein eines kleinen Lichts. Es erhellt überwältigend mehr Raum als es selbst ausmacht, diese besondere Ausstrahlung gilt es zu nutzen. Wir wünschen allen in der zu Ende gehenden Adventszeit viele solcher Freuden, die Licht in den Alltag bringen und das Leben heller machen.

Komm, wir ziehen in den Frieden…

 

Manchmal hören wir die Aussage: „Seit Jahren herrscht dort Frieden!“

Eine solche Aussage ist im Grundsatz völlig falsch, Friede herrscht nicht, Frieden kann niemandem aufgezwungen werden, ja, zum Frieden zwingen kann ich mich nicht einmal selbst, selbst wenn ich es wollte!

In Wikipedia heißt es: „Friede ist allgemein definiert als ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe, als die Abwesenheit von Störung oder Beunruhigung und besonders von Krieg.“

Friede ist ein Zustand, der kontinuierlich erarbeitet werden muss, dazu bedarf es Zeiten von Besinnung, Stille und Ruhe.

Die Adventszeit kann solche eine besinnliche Zeit sein. In dieser Zeit bewusst Zeiten der Ruhe und Besinnung einplanen, um „runterzukommen“, Abstand zu finden zu Themen, die einen sonst umtreiben oder belasten, damit innerer Friede sich breit machen kann, dass es im Innern so hell wird, damit es auch bis nach außen leuchtet und sichtbar wird.

Wir wünschen allen eine gesegnete Adventszeit.

Gelassenheit…

Oft hören wir: „Ich könnte mich über alles aufregen!“ Ich kann, aber ich muss es nicht!

Gut ist es, wenn man sich über etwas aufregen kann, das zeigt Vitalität und nicht Gleichgültigkeit. Wenn diese Vitalität dorthin kanalisiert wird, wo sich das Problem befindet, kann diese Aufregung auch etwas Gutes bewirken.

Gelassenheit zeigt, jemand erkennt ein Problem und entscheidet bewusst, es nicht zum eigenen Problem zu machen. 
Erst nach dieser Grundentscheidung macht es Sinn zu überlegen:

  • Kann ich einen Beitrag zur Lösung leisten, und wenn ja, wie und wann ist ein guter Zeitpunkt dafür?
  • Oder gibt es andere, die an dem Thema näher dran sind, und meine Aufgabe könnte demnach sein, das Thema an sie heranzubringen.
  • Oder ist es am Besten, erstmal gar nichts zu unternehmen, bis das Problem den Betroffenen selbst richtig klar wird.

Es sind viele Überlegungen und Abwägungen notwendig, wenn sich etwas zum Positiven verändern soll; das geht nur bei Gelassenheit.

Zur Gelassenheit gehört bei Gläubigen, das Vertrauen in Gottes Führung und Leitung auch bei diesem Thema.

Gott sei von Herzen Dank für diese Gewissheit

Mensch SEIN

 

In Unternehmen und in unserer Gesellschaft steht meist die Funktion einer Person im Vordergrund und weniger der Mensch selbst. Manchmal entschuldigen sich sogar manche, wenn sie etwas menschlich (emotional/unkontrolliert) erscheinen. Das färbt auch ins Private ab. Den eigentlichen Menschen zu sehen, wird immer schwerer, ihn so kennenzulernen, dass wir ihn gern haben, wird noch unwahrscheinlicher.

Besondere Menschen sind für mich, die nicht einfach funktionieren oder „Funktionsträger“ sind, sondern Menschen, die, egal in welchen Funktionen sie sich bewegen, ihr Menschensein und ihre Persönlichkeit in ihrem Verhalten und in ihren Gesprächen zum Ausdruck bringen, mit denen man mal entspannt zusammensitzen kann, z. B. bei einem Cappuccino.

Das gilt auch in Kirchen. Hier zählen ebenfalls oft Äußerlichkeiten und das persönliche Ansehen besonders eitler Personen mehr als das einfache Menschsein und das kindliche Gläubig-sein. Solche vermitteln dann leider ein Bild von einem sterilen und verkrampften Christensein.

Jesus sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen.“

Ein menschlicheres Bild für Christen kenne ich nicht.

Freiheit bedeutet…

In letzter Zeit taucht öfters der Begriff „Freiheit“ auf. Mir scheint das besonders häufig bei Menschen zu sein, die sich möglichst alle Optionen offenhalten wollen, weil sie nicht genau wissen, was sie wirklich wollen. Unser Spruch von Jean-Jacques Rousseau (ein Pionier in der Pädagogik) lenkt den Blick auf das, was ich will, und das, was ich nicht will. Das möchte ich erweitern auf das, was ich will, weil es mir guttut, und das, was ich nicht will, weil es mir nicht guttut. Freiheit bedeutet dann, das tun zu können, was mir guttut, und Freiheit wäre auch, das nicht tun zu müssen, was mir nicht guttut. Damit öffnen sich gedanklich ganz neue Räume, die Freiheit über das Handeln hinaus mit Werten verbinden. Wir sind damit ganz nahe an der christlichen Freiheit, die Paulus so beschreibt: „Mir ist alles erlaubt. Aber nicht alles ist gut. Es ist mir zwar alles erlaubt, doch ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ 1. Kor. 6,12 In dieser Freiheit zu leben, ist ein persönlicher Gewinn. Mit dieser Definition von Freiheit zu argumentieren, wird zusätzlich ein Gewinn für alle Menschen in unserer Umgebung erlangt.-

Ruhe bewahren…

Der frühere französische Außenminister Robert Schumann wurde einmal gefragt, warum er nie geheiratet habe. Darauf antwortete er: „Vor langer Zeit, als ich einmal in der Metro fuhr, trat ich zufällig einer Dame auf den Fuß. Bevor ich mich noch entschuldigen konnte, kreischte sie los: „Trottel, kannst du nicht aufpassen, wo du hin trampelst?“ Dann sah sie mich an, wurde erst bleich und dann rot und rief aus: „Oh entschuldigen Sie, Monsieur, ich dachte es wäre mein Mann!“Da hat sich ganz schön was aufgestaut, weil Probleme einfach geschluckt wurden. Es ist schon eine hohe Kunst, Probleme zur richtigen Zeit und im richtigen Ton anzusprechen. In Beziehungen gibt es nicht die Situation, dass einer völlig im Recht ist und damit zwangsläuft der Andere völlig Unrecht hat. Es ist deshalb gut erstmal in Ruhe über den eigenen Teil bei dem Thema zu reflektieren und dann in dieser Ruhe und der gewonnen Erkenntnis zeitnah das Gespräch zu suchen. Jesus macht eine grundsätzlich Aussage: „Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen. In diesem Satz sind das Gesetz und die Propheten zusammengefasst.“ Matth. 7,12 Wir wünschen allen ausreichend Ruhe und Gottes Segen