Eigene Wege gehen

Dieser Spruch von Georg Friedrich Händel, dem genialen Komponisten, hat mich wieder einmal massiv angesprochen. Händel hat „unsterbliche“ Meisterwerke geschrieben, wie die Wasser- und Feuerwerksmusik, aber auch sakrale Werke, wie den Messias mit dem bis heute gänsehauterzeugenden „Halleluja“.

Händel war sein Leben lang Lernender und ist ebenso konsequent seinen eigenen Weg gegangen, was zu mancher Auseinandersetzung führte und damit erst diese Glanzleistungen ermöglicht hat.

Heute wird über alle Lebensbereiche mit viel Druck versucht Konformität zu erzeugen – gewissermaßen betreutes Denken, betreutes Handeln, in der Kirche manchmal sogar betreuter Glauben – das alles führt, wenn überhaupt, zu vorhersagbaren Ergebnissen!

Jesu Worte öffnen dagegen unglaubliche Entfaltungsmöglichkeiten für jeden Menschen: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ (Matth. 7,12).

Gott schenke jedem den Mut und die Weisheit, seinen eigenen Weg zu gehen und damit das eigene Leben und das Leben andere zu bereichern.

Dem Reuigen und Reuelosen verzeihen

In allen Religionen und Philosophien ist Vergebung der Schlüssel für erfülltes Leben und deshalb gibt es viele wertvolle Lebensweisheiten, die uns heute ansprechen sollen:

  • Belaste dich nicht mit dem, was Du vergeben kannst!
  • Man vergibt in dem Maß, in dem man liebt.
  • Wer ihm angetanes Unrecht nicht vergeben will, schadet damit vor allem sich selbst.
  • Ein Feigling vergibt nie.
  • Wir sollten lernen, einander leichter zu vergeben. Im Streit liegt zu viel Trennendes, in der Vergebung so viel Einendes.
  • Ohne Vergeben gibt es keine Zukunft.
  • Vergeben wärmt das Herz und kühlt die Wunde.
  • Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet oder selbst verzeiht.

Die Liste könnte endlos fortgesetzt werden…

Schließen möchte ich mit der Bitte aus dem Vater unser:
„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“

Leben bedeutet Suchender zu sein

Die Aussage von John Lennon lautet u.a.: Leben findet nicht in der Planung meines Lebens statt.

Es gibt jedoch Planungen, die sein sollten, z. B. Konzerte (irgendwann gibt es keine Karten mehr). Wenn ich aber bereits jetzt ein Großteil des Jahres terminiere, dann sind diese Aktivitäten zwar gesichert, aber die Zeiten fehlen dann für spontane Ideen, für Besinnung, für Muße …
Der Prophet Amos (5,4) schreibt: „Suchet mich, so werdet ihr leben!“.
Entscheidend für das Leben scheint das Suchen zu sein, Suchen als Lebenseinstellung, nach vorne gerichtet, damit offen für Neues, Unbekanntes …
Suchet Gott, suchet euch selbst, suchet euren Nächsten … so werdet ihr Leben.
Es ist Leben im Leben und nicht ein scheinbares Leben, das sich weitestgehend in der Lebensplanung erschöpft.

Für das kommende Jahr wünsche ich allen Gottes Segen genügend Raum und Zeit zum Suchen und damit zu wirklichem Leben.

Warten auf etwas Schönes

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Das Thema Warten ist das wesentliche Thema der Adventszeit. Hinzu kommt, wie sehe ich das, auf das ich warte. Sehe ich den Stress der Vorbereitung, setze ich mich unter Druck, weil ich meine, dass alles perfekt sein muss, dann ist das, worauf ich warte, nicht wirklich etwas Schönes.

Weihnachten selbst ist das Fest der Begegnung, der Freude, des Wiedersehens, der reservierten Zeit im Jahr für das Zusammensein, egal, wo jeder sonst lebt, egal, was jeder sonst tut, egal, wie es einem geht. Deshalb schmerzt es Menschen auch besonders, wenn sie Weihnachten allein verbringen müssen.

Unabhängig von unseren Begegnungen ist der Ursprung von Weihnachten die von Gott geschaffene Möglichkeit zur direkten Begegnung mit ihm. Gott ist zu uns gekommen, Gott ist einer von uns geworden und uns Menschen damit ganz nah – von damals bis heute.

Sich das immer wieder bewusst zu machen und diese Möglichkeit der Begegnung mit Gott zu nutzen, das ist die höchste Form von Weihnachten. Darauf kann sich jeder freuen, vielleicht derjenige, der viel allein ist, mehr noch als die anderen.

Gott schenke jedem Freude am Warten und den Blick auf das Schöne, damit eine positive Spannung und positive Gefühle entstehen.

Gefühle machen dich reich

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Als ich den heutigen Spruch zum ersten Mal gelesen habe, startete sofort ein regelrechtes Kopfkino – viele interessante Gedanken, die ich in schon von unterschiedlichsten Menschen gehört habe. Teilweise hochinteressant, aber weit weg von dem, was wirklich wichtig ist. Und wenn ich genau hinschaue, hatten sie meist nur das Ziel der Selbstdarstellung, manchmal sogar ziemlich rücksichtslos – sei es im beruflichen oder kirchlichen Umfeld.

Arme Riesen, sage ich heute dazu, wirklich arme Riesen!!

Reich bin ich, wenn ich etwas mit Leib und Seele tue, voll dabei bin – sei es im persönlichen, beruflichen oder kirchlichen Bereich. Zweierlei ist dabei erforderlich, die Bereitschaft mich selbst und meine Gefühle zu akzeptieren und dazu zu stehen, und ein Umfeld, das einen gewissen Schutz bietet für diese Offenheit, die gleichzeitig eine große Verletzlichkeit darstellt.

Reich sein heißt für mich authentisch leben und glauben – so zu sein, wie man ist, und auch andere dürfen so sein wie sie sind.

Danke lieber Vater im Himmel, dass wir so dir begegnen dürfen und danke, dass es immer mehr Orte gibt, wo diese Offenheit gelebt werden darf und dort dieser Reichtum immer stärker sichtbar wird.

Geduld bringt süße Früchte

Urlaub in Island

Geduld ist heute OUT (nicht mehr modern). Wer Geduld zeigt im Business, wird häufig als wenig durchsetzungsstark angesehen. Action ist gefragt, nicht morgen, sondern bereits gestern!!

Wenn es um Reifeprozesse geht in der Natur, im Leben, im Glauben, dann führt fehlende Geduld bzw. Aktionismus zu unreifen Ergebnissen – von Süße noch weit entfernt, meist richtig bitter und ungenießbar manchmal sogar noch giftig!

Wachstum braucht immer Zeit, damit ist Geduld gefragt, verbunden mit Vorfreude auf das, was gerade jetzt am Entstehen ist.

Die Adventszeit jedes Jahr ist eine Chance, sich in Geduld und Vorfreude auf die Zeit des Zusammenseins in der Familie oder mit Freunden zu freuen sowie auch auf die Besinnung zur Menschwerdung Jesu.

Die Bibel spricht auch von einem zweiten Advent, auch hier ist Geduld gefragt. Die Vorfreude auf die süßesten Früchte, die es je gab, kann Gläubigen helfen, trotz aktuell bitterer Ereignisse etwas vom Licht am Ende des Tunnels zu spüren und dem Leben dadurch einen positiven Impuls zu geben und damit die Geduld zu stärken.

Die Wahrheit kann warten…

Moskau

Die Ursünde im Paradies war das clevere Verknüpfen von Korrektem mit einer Lüge. Seither wird diese Methode immer mehr perfektioniert. Damit Lügen nicht so leicht enttarnt werden, werden sie geschickt hinter Tatsachen versteckt. Damit man sich nicht traut, aus Rücksicht gegenüber seinem Nächsten Lügen aufzudecken, werden ahnungslose Menschen als Schutzschilde missbraucht.

Lügensysteme sind immer labil und brechen früher oder später zusammen, dann kommt die Wahrheit ans Licht!!

Ob als direkt oder indirekt Betroffener, es gilt zu lernen statt einen Kampf gegen diese Systeme zu führen (die mit allen Mitteln gnaden- und tabulos zurückschlagen), darauf zu warten, dass diese Lügensysteme von selbst zusammenbrechen

Diese Zeit und Energie kann genutzt werden, nach neuen Wegen außerhalb dieser Systeme zu suchen und sie auszuprobieren. Mit diesem Abstand wird es auch leichter, solche Ungerechtigkeiten auszuhalten. „Wer geduldig ist, ist weise…“ Sprüche 14,29.

Wir wünschen allen Betroffenen, mit Gottes Hilfe Geduld und viel Weisheit aufzubringen.

Schuld stirbt in Vergebung oder tötet

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Wir haben heute ein lebenswichtiges Thema zum Nachdenken.

Schuld entsteht durch Überschreitung von Grenzen. Solche Handlungen oder Worte sind nicht ungeschehen zu machen.

Schuld ist belastend, deshalb versuchen viele Schuld zu verdrängen, andere sie zu bagatellisieren, wenige damit zu prahlen. All dies erlöst nicht von Schuld. Im Unterbewussten wird trotzdem das Verhalten gesteuert, Unsicherheit, unerklärliche Ängste gegenüber Menschen oder Situationen. Ungeklärte Schuld ist wie eine Krebszelle, die sich langsam im ganzen Körper ausbreitet.

Aber das ist die Message unseres heutigen Spruchs:
Schuld stirbt in Vergebung. Vergebung ist eine einzigartige Befreiung für den, der Schuld trägt, aber auch für den, an dem jemand schuldig geworden ist. Vergebung bedeutet einerseits Heilung von (Selbst-) Anklagen, Selbstvorwürfen und Befreiung von Strafe, anderseits Heilung von Hass, Rache und dem Drang nach Vergeltung. Damit ist Vergebung existenziell im Leben und im Glauben. Wir bekennen im Vaterunser: “Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Matth, 6,12

Wir wünschen allen den Segen von Vergebung immer wieder aufs Neue zu erfahren.

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht

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Dieser einfache kurze Spruch beflügelt meine Gedanken.

Bei der natürlichen Entstehung eines Weges geht ein Tier oder eine Person querfeldein auf ein Ziel zu und hinterlässt dabei Spuren. Wenn sich weitere aufmachen und diesen Spuren folgen, kann ein Pfad entstehen. Wenn dieser Pfad regelmäßig gegangen wird, entsteht ein Weg. Wenn dieser auch mit Fuhrwerken benutzt werden sollte, wird der Weg mit Maschinen verbreitert. Wenn die Fahrzeuge dann noch bequem darüber fahren sollen, wird der Weg verdichtet und asphaltiert. Sollten die Fahrzeuge in größeren Mengen und Geschwindigkeiten die Straße nutzen können, werden Brücken, Tunnel, usw. gebaut, zusätzlich sind auch viele Schilder notwendig – meist wird dann die Trasse noch mit einer Lärmschutzwand eingefasst. Am Ende ist der Blick fest fixiert auf die Straße mit all ihren Markierungen, Gebots- und Verbotsschildern.

Wem das zu viel wird, der sucht kleinere, vielleicht sogar nichtasphaltierte Straßen, sucht einen neuen Weg oder Trampelpfad oder geht einfach mal wieder querfeldein. Wenn diesen Spuren dann andere folgen, kann ein neuer Weg entstehen.

Es tut gut, hin und wieder die Hauptstraßen zu verlassen, um sich auf die eigenen Ziele konzentrieren zu können.