Gelassenheit…

Oft hören wir: „Ich könnte mich über alles aufregen!“ Ich kann, aber ich muss es nicht!

Gut ist es, wenn man sich über etwas aufregen kann, das zeigt Vitalität und nicht Gleichgültigkeit. Wenn diese Vitalität dorthin kanalisiert wird, wo sich das Problem befindet, kann diese Aufregung auch etwas Gutes bewirken.

Gelassenheit zeigt, jemand erkennt ein Problem und entscheidet bewusst, es nicht zum eigenen Problem zu machen. 
Erst nach dieser Grundentscheidung macht es Sinn zu überlegen:

  • Kann ich einen Beitrag zur Lösung leisten, und wenn ja, wie und wann ist ein guter Zeitpunkt dafür?
  • Oder gibt es andere, die an dem Thema näher dran sind, und meine Aufgabe könnte demnach sein, das Thema an sie heranzubringen.
  • Oder ist es am Besten, erstmal gar nichts zu unternehmen, bis das Problem den Betroffenen selbst richtig klar wird.

Es sind viele Überlegungen und Abwägungen notwendig, wenn sich etwas zum Positiven verändern soll; das geht nur bei Gelassenheit.

Zur Gelassenheit gehört bei Gläubigen, das Vertrauen in Gottes Führung und Leitung auch bei diesem Thema.

Gott sei von Herzen Dank für diese Gewissheit

Mensch SEIN

 

In Unternehmen und in unserer Gesellschaft steht meist die Funktion einer Person im Vordergrund und weniger der Mensch selbst. Manchmal entschuldigen sich sogar manche, wenn sie etwas menschlich (emotional/unkontrolliert) erscheinen. Das färbt auch ins Private ab. Den eigentlichen Menschen zu sehen, wird immer schwerer, ihn so kennenzulernen, dass wir ihn gern haben, wird noch unwahrscheinlicher.

Besondere Menschen sind für mich, die nicht einfach funktionieren oder „Funktionsträger“ sind, sondern Menschen, die, egal in welchen Funktionen sie sich bewegen, ihr Menschensein und ihre Persönlichkeit in ihrem Verhalten und in ihren Gesprächen zum Ausdruck bringen, mit denen man mal entspannt zusammensitzen kann, z. B. bei einem Cappuccino.

Das gilt auch in Kirchen. Hier zählen ebenfalls oft Äußerlichkeiten und das persönliche Ansehen besonders eitler Personen mehr als das einfache Menschsein und das kindliche Gläubig-sein. Solche vermitteln dann leider ein Bild von einem sterilen und verkrampften Christensein.

Jesus sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht ins Himmelreich kommen.“

Ein menschlicheres Bild für Christen kenne ich nicht.

Freiheit bedeutet…

In letzter Zeit taucht öfters der Begriff „Freiheit“ auf. Mir scheint das besonders häufig bei Menschen zu sein, die sich möglichst alle Optionen offenhalten wollen, weil sie nicht genau wissen, was sie wirklich wollen. Unser Spruch von Jean-Jacques Rousseau (ein Pionier in der Pädagogik) lenkt den Blick auf das, was ich will, und das, was ich nicht will. Das möchte ich erweitern auf das, was ich will, weil es mir guttut, und das, was ich nicht will, weil es mir nicht guttut. Freiheit bedeutet dann, das tun zu können, was mir guttut, und Freiheit wäre auch, das nicht tun zu müssen, was mir nicht guttut. Damit öffnen sich gedanklich ganz neue Räume, die Freiheit über das Handeln hinaus mit Werten verbinden. Wir sind damit ganz nahe an der christlichen Freiheit, die Paulus so beschreibt: „Mir ist alles erlaubt. Aber nicht alles ist gut. Es ist mir zwar alles erlaubt, doch ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ 1. Kor. 6,12 In dieser Freiheit zu leben, ist ein persönlicher Gewinn. Mit dieser Definition von Freiheit zu argumentieren, wird zusätzlich ein Gewinn für alle Menschen in unserer Umgebung erlangt.-

Ruhe bewahren…

Der frühere französische Außenminister Robert Schumann wurde einmal gefragt, warum er nie geheiratet habe. Darauf antwortete er: „Vor langer Zeit, als ich einmal in der Metro fuhr, trat ich zufällig einer Dame auf den Fuß. Bevor ich mich noch entschuldigen konnte, kreischte sie los: „Trottel, kannst du nicht aufpassen, wo du hin trampelst?“ Dann sah sie mich an, wurde erst bleich und dann rot und rief aus: „Oh entschuldigen Sie, Monsieur, ich dachte es wäre mein Mann!“Da hat sich ganz schön was aufgestaut, weil Probleme einfach geschluckt wurden. Es ist schon eine hohe Kunst, Probleme zur richtigen Zeit und im richtigen Ton anzusprechen. In Beziehungen gibt es nicht die Situation, dass einer völlig im Recht ist und damit zwangsläuft der Andere völlig Unrecht hat. Es ist deshalb gut erstmal in Ruhe über den eigenen Teil bei dem Thema zu reflektieren und dann in dieser Ruhe und der gewonnen Erkenntnis zeitnah das Gespräch zu suchen. Jesus macht eine grundsätzlich Aussage: „Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen. In diesem Satz sind das Gesetz und die Propheten zusammengefasst.“ Matth. 7,12 Wir wünschen allen ausreichend Ruhe und Gottes Segen

Vertrauen ist die größte Selbstaufopferung

Wir leben in bewegten Zeiten, in denen Vertrauen gefragt ist, und wer sich darauf einlässt, setzt sich aus. Wer Vertrauen in den Gewinn einer Aktie setzt, kann finanziellen (Total-) Verlust erleiden. Wer auf die Zusage eines Menschen vertraut, kann am Ende alleine dastehen. Wer Vertrauen in eine Person setzt, kann bitter enttäuscht werden soweit, dass einem der Boden unter den Füßen wegbricht. Vertrauen kennt keine Garantie, es ist ein ständiges Hoffen. Auf Vertrauen gründet der christliche Glaube. Der Einsatz ist außergewöhnlich hoch, es ist nicht weniger als mein Leben. Dieses Gott anzuvertrauen in der Hoffnung, dass ich nicht enttäuscht werde, auch wenn es hin und wieder turbulent zu geht. Wer sich zu diesem grundsätzlichen Vertrauen in Gott durchgerungen hat, hat es in bewegten oder stürmischen Zeiten leichter, weil er natürlich damit rechnen kann, dass Gott mit im Boot ist. Ein Gott, dem am Ende Wind und Wellen gehorchen. Wir wünschen allen Gottes Segen mit diesen Gedanken.

Wir kümmern uns um Kleinigkeiten immer perfekter…

 

Das Foto zeigt ein Werk in dem von Andre Heller gestalteten Garten am Gardasee und regte mich an zu reflektieren, wie Menschen sich in ihrer kleinen und engen Welt verhalten.

Je enger die Welt(sicht), umso bedeutender werden Kleinigkeiten. Eine Verbesserung in dieser Welt führt unweigerlich zum Perfektionieren dieser zwangsläufig kleinen Elemente.

Um sich jedoch mit Wesentlichem beschäftigen zu können, bedarf es einer größeren Welt und einer weiteren Sichtweise.

Paulus beschreibt als Bleibendes und damit Wesentliches: „Was für immer bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor. 13,13)

Jesus formuliert es besonders drastisch: „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den zehnten Teil von Kräutern wie Minze, Dill und Kümmel und lasst dabei die viel wichtigeren Forderungen des Gesetzes außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue.“ Matth. 23,23

Das Wesentliche „isch hald edd“ *) die Summe aller Kleinigkeiten, sondern braucht Raum und Weite in einer eigenen Welt.

Wir wünschen allen Gottes Segen bei diesen Gedanken.

*) schwäbisch: „es ist eben nicht“ 

Selbstbild – Fremdbild – Gottesbild

Es ist eine Tragik, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die sich von der scheinbaren Meinung anderer über sie (sogenannte öffentliche Meinung, Dorftrasch…) beeinflussen lassen. Für solche Menschen kann der Spruch wie eine Befreiung wirken oder aber auch als Bedrohung, denn jetzt müssen sie aktiv werden und selbst entscheiden, was sie wollen und nicht mehr einfach der scheinbaren Meinung anderer nachgeben. Das Thema Selbstbild – Fremdbild ist hat jedoch seine Bedeutung, es ist ein wichtiger Faktor für ein Leben in guter Balance. Sich bewusst zu machen, wie sehe ich mich und das, wenn möglich, irgendwie an Bildern oder Texten festmachen. Andererseits helfen konkrete Beschreibungen von Menschen, die mich kennen und zu denen ich eine vertrauensvolle Beziehung habe, wie sie mich sehen, generell oder in einer speziellen Situation. Das bringt einen in der Selbsterkenntnis voran und hilft manchem, sich (narzisstisch) nicht zu verrennen. In Fortsetzung des Gedankens der vorigen Spruchkarte sind die Aussagen Jesu und damit Aussagen Gottes zu uns Menschen ebenfalls ein Fremdbild, die es zu berücksichtigen gilt, hier ganz besonders bei fundamentalen Lebensfragen wie Selbstannahme, Schuld und Tod.

Ohne Jesus Christus wissen wir nicht….

Es ist für viele, auch für mich, eine Gewissheit, dass wir Menschen zum Ebenbild Gottes geschaffen sind und damit in unserem Inneren (Herzen, Seele, Gemüt…) dieses Verlangen nach Gott eingepflanzt ist. Deshalb steckt in dem Spruch von Blaise Pascal besonders viel Weisheit für jeden, der sich, egal wann, auf dem Weg zur lebenslangen Selbstfindung aufgemacht hat. Das Wesentliche auf diesem Weg ist das Gottesbild, das uns leitet. Kritiker sagen, das Gottesbild ist die Projektion unserer eigenen Sehnsüchte. Diese Aussage zeigt, dass das Gottesbild, egal ob ich an Gott glaube oder nicht, ganz eng mit meinem Innersten verbunden ist. Als Gläubige können wir diese Beziehung von zwei Seiten betrachten. Mein Gottesbild hat viel mit meiner Erziehung und Erfahrung zu tun. Für Christen gibt es noch eine weitere Perspektive zum selben Thema. Jesus als Sohn Gottes zeigte den Menschen wie Gott wirklich ist, in Jesu Handeln und Reden finden wir die höchste Offenbarung Gottes, nicht abstrakt, sondern ganz praktisch in Lebensbeschreibungen und herausfordernden Aussagen und Predigten. Die vier Evangelien (gute Nachricht) sind voll davon – herzlichen Dank für diese Schriften.

Managerperspektive ist ein gnadenloser Antreiber

Meine Frau hat von ihrem Chef berichtet, wie er seine offenen Punkte auf ein Whiteboard schreibt und nach der Erledigung immer abgewischt hat, bis sie den Vorschlag machte es nicht abzuwischen, sondern durchzustreichen. Ich finde das einen genialen Vorschlag, denn er zeigt nicht nur auf was noch zu tun ist, sondern auch was bereits getan wurde. Viele nehmen für sich selbst eine Managerperspektive ein, egal was schon alles getan wurde, wirklich wichtig ist allein das, was noch zu leisten ist. In dieser Perspektive treiben sich Menschen an, so viel wie möglich aus sich selbst herauszuholen. Die Perspektive eines Freundes ist anders: Schau doch mal auf das, was du schon alles geleistet hast, sei stolz darauf und schätze das Erreichte, bevor du das nächste To Do angehst. Leider sehen viele Gott auch in einer Managerperspektive (es ist nie genug) statt in der Perspektive eines Freundes. Statt Antreiben sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte setzt sein Leben für die Schafe ein.“ Joh. 10,11. Herzlichen Dank an Gott für diese Perspektive.

Vertrauen ist wichtiger als Verstehen

Es gibt die Aussage: „Er hat ihr Vertrauen gewonnen.“ D.h. rational nicht immer nachvollziehbar, eher aus einem inneren Gefühl heraus. Verstehen ist stark rational geprägt, bei Vertrauen ist viel Emotion dabei. Das macht gerade den Menschen aus, der kleinere Teil ist rational, der weitaus größere Teil ist emotional geprägt. Vertrauen umfasst den ganzen Menschen und ist deshalb so herausfordernd. Der Kern des christlichen Glaubens ist Vertrauen zu Gott. Als Vorbild dazu stellt Jesus ein Kind in die Mitte „wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“. Kinder verstehen noch wenig und sind deshalb zum Vertrauen mit „Leib und Seele“ fähig. Vertrauen setzt eine positive Grundhaltung voraus und weitet damit den Blick, um das Positive in der Umgebung zu sehen und sich daran erfreuen zu können. Vertrauen ist auch wie eine Brandschutzmauer gegen Misstrauen und Angst und gibt deshalb Mut und Kraft in kritischen Situationen fest mit guten Lösungen zu rechnen. Vertrauen ist ein Geschenk Gottes, das einen sorgsamen Umgang erfordert. Dafür wünschen wir allen „ein gutes Händchen“ sowie Gottes Segen.30