Vertraut SEIN mit Gott

Das Foto zeigt einen Baumstamm, der in der Donau schwimmt, und Bäume, die sich darin spiegeln, aufgenommen bei strahlendem Sonnenschein. Für mich ein Bild für Menschen, die alles etwas düster betrachten. Unser Spruch sagt, es geht nicht um (farbenfrohe) Erlebnisse und Visionen im Glauben, sondern um die Vertrautheit mit Gott, die das Leben froh macht. Wie viele Familien sind auf der Flucht und müssen oft unter menschenunwürdigen Gegebenheiten leben. Trotz der bedrückenden Situation zeigen manche dennoch eine gewisse Zufriedenheit, weil sie nicht allein sind, sondern als Familie zusammen sein können. Wir finden dies auch bei frisch Verliebten, egal was passiert, Hauptsache sie sind zusammen. In solch einer Vertrautheit dürfen Kinder Gottes leben und darüber dankbar und fröhlich sein. Diese Vertrautheit mit Gott wünschen wir allen.

Erlösung ist Sieg über die Sünde

Ostern ist vorbei, das Wetter war durchwachsen, hätte besser sein können!! War’s das?? Die Emmausjünger sprachen nach ihrer Begegnung mit dem auferstandenen Jesus: „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?“ Mir kam an Ostern wieder die Feststellung in der Süddeutschen Zeitung vor vielen Jahren in Erinnerung: „Wenn der Satz „Jesus lebt“ geglaubt würde, müssten den Christen eigentlich Flügel wachsen, die Gemeinden müssten vor Kraft strotzen, ihre begeisterten Mitglieder müssten an Ostern durch die Straßen rennen und jedem ins Ohr brüllen: „Gott lebt! Wirklich, er lebt!“ Stattdessen stehen sie mit allen anderen im Stau auf der Autobahn“. Was ist so wichtig geworden, dass das Zentrum im christlichen Glauben nicht mehr unübersehbar im Mittelpunkt steht? Wenn Christus zwar auferstanden ist, aber für mich keine fundamentale Relevanz mehr hat, was ist passiert? Mit diesen (selbst-) kritischen Gedanken wünschen wir auch dieses Mal allen eine gesegnete Woche.

Die Auferstehung Christi brachte die Zeitenwende

Es gibt nur eine „Zeitenwende“, für die dieser mächtige Begriff passt, das ist der Auferstehungstag, an den wir an Ostern gedenken. Vorher war es ein Versprechen Gottes, dass durch Opferung von Tieren Schuld und Sünde später vergeben sein werden. Seitdem Christus auferstanden ist, ist es Gewissheit; die Schuld und Sünde, die den Tod bedeuten, sind besiegt, und jeder, der um Vergebung bittet, darf sein Leben leben, daSchuld / Sünde getilgt sind ein für alle mal. Was vorher diffus und dämmerig war, erstrahlt jetzt im hellen Licht. Das strahlende Licht der Auferstehung von Christus macht das Leben hell, klar und farbenfroh. Wer dies immer wieder aufs Neue erlebt, fällt nicht mehr zurück in diffuss und dämmerige Zeiten. Dieses Licht der Auferstehung von Christus brauchen die Menschen in unserer heutigen so bedrückenden Welt mehr den je und sind deshalb dankbar, wenn sie Menschen treffen, die nicht nur an Ostern als Lichtträger leben. In diesem Sinne wünschen wir allen frohe und gesegnete Ostertage.

Verzeihen bedeutet Heilung für die Seele

Zu Beginn der Osterwoche soll das Thema vergeben / verzeihen im Fokus stehen. Verzeihen hat nichts mit „Schwamm drüber“ zu tun oder dem einfachen „sorry“, „‘tschuldigung“, „vergess mer‘s“… Das sind Ausweichmanöver eines schwachen Selbstwertgefühl.

Wer um Verzeihung bittet, wächst. Das Eingeständnis eines Fehlers zeigt, ich übernehme Verantwortung für mein Handeln, dadurch werden beidseitig bestehende negative Gefühle verringert (Schuldgefühl bei einem selbst, Gefühl der Enttäuschung oder des Zorns bei anderen).

Es ist eine Stärke, sich selbst eine Schwäche eingestehen zu können, und verhindert damit in eine Opferrolle zu verfallen. Leider wird oft vergessen, dass die Kernkompetenz im christlichen Glauben der Umgang mit Fehlern / Schuld / Sünde ist.

Die zentrale Botschaft von Ostern ist der einzige fehlerlose Mensch – Jesus Christus starb für die Schuld aller Menschen und vergibt den Menschen, die ihn von ganzem Herzen um Verzeihung bitten.

Im Vater unser bekennen wir zudem, dass dies keine Einbahnstraße ist „und vergib uns unsere Schuld, so wie wir unseren Schuldigern vergeben (haben)“.

Mit diesen Gedanken wünschen wir allen eine gesegnete Osterwoche

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen…

Unser heutiger Spruch ist die Schlussstrophe des berühmtesten Liedes von Dietrich Bonhoeffer. Das Gedicht war seinem Brief zu Weihnachten 1944 an seine Verlobte beigefügt. Diesen 2. Brief und noch einen weiteren ließ ein Kriminalkommissar entgegen den Vorschriften passieren. In diesem berüchtigten Kellergefängnis, ohne Sprecherlaubnis und ohne Besuche, schrieb Bonhoeffer dieses mutmachende Gedicht, das bis heute vielen Menschen als Lied Kraft und Hoffnung gibt. Wie kommt ein Mensch in einer hoffnungslosen Situation zu solchen positiven und kreativen Gedanken? Er weiß sich von guten Mächten wunderbar geborgen – unabhängig was auch kommen mag. Es ist ein großes Geschenk, solch ein Vertrauen zu unserem himmlischen Vater aufgebaut zu haben, das einen in allen Situationen trägt und beflügeln kann. Dieses Vertrauen zu Gott immer mehr zu vertiefen, das wünschen wir allen.

Hoffnung führt zu positiver Grundhaltung

Folgende schöne Definition habe ich entdeckt: „Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf die Zukunft“. Das bedeutet, Menschen, die eine Hoffnung haben, haben eine positive Grundeinstellung und treffen leichter wegweisende Entscheidungen. Aber worauf gründet sich die Hoffnung? Dass alles gut ausgeht oder dass es gut sein wird, egal wie es ausgeht!! In meinem Leben habe ich einige Entscheidungen getroffen, die mich in eine tiefe Krisensituation geführt haben, unter der ich teilweise schwer zu leiden hatte. Im Nachhinein aber möchte ich keine dieser Krisen missen, sie haben am Ende mich reifen lassen und zu dem Menschen gemacht, der ich heute sein darf. Wer darauf vertraut, dass Gott bei allen Entscheidungen und allen Wegen bei mir ist, auch wenn es sich um weniger glückliche Entscheidungen/Wege handelt, hat hier einen ganz großen Vorteil. Die Bibel beschreibt Menschen, die dies erfahren haben (Abraham, David, Petrus, Paulus …). Wir wünschen allen viel Freude geprägt von der tiefen Hoffnung, dass Gott uns auf allen Wegen allzeit begleitet.

Gottes Güte im Leben leuchten lassen

Es ist ein schönes Bild, der Mensch das Fenster der Güte Gottes. Die tägliche Erfahrung von Gottes Güte erhellt das Gemüt, strahlt in die Umgebung und ist ein unglaubliches Geschenk. Manche ziehen leider die Vorhänge zu, so dass nicht so viel von dem inneren Strahlen nach außen dringt, was sehr schade ist, viele Menschen sind dankbar solche Strahlen erleben zu dürfen. Eine aktuell persönliche Erfahrung. Aus familiären Gründen habe ich an einem Tag in der Woche unsere knapp 1 ½ Jahre alte Enkelin zur Betreuung parallel zu einem offiziell vereinbarten flexiblen Homeoffice. Ich bin darüber sehr dankbar und erzähle das gerne. Die Folge davon ist, dass vor allem junge Kolleginnen mich an dem Tag bitten in Videokonferenzen die Kamera einzuschalten und meine Enkelin dazu zu holen. Dann schalten sie selbst auch ihre Kamera ein und es entsteht eine intensive Kommunikation, sogar der Hund musste vor die Kamera für meine Enkelin. Das eigentliche Thema des Meetings geht deswegen nicht unter, sondern so besonders stimuliert und motiviert kommt es meist zu hochkreativen Lösungen. Für mich zeigt dies, wenn ich begeistert bin, werden es andere unweigerlich mitbekommen, eine Aufforderung dazu ist absolut fehl am Platz, das gilt ganz besonders für die erlebte Güte Gottes Güte im Leben.

Einfach Leben und Leuchtturm SEIN

Wenn in den Medien (fundamentale) Christen gezeigt werden, die mit massiver Gewalt und Hass gegen Abtreibung mobil machen und Politiker fanatisch unterstützen, die Abtreibung ablehnen, aber sonst skrupellos und ohne jede Moral agieren, nährt dies das Vorurteil vieler, dass Christen irgendwie geistig minderbemittelt sein müssen.

Anderes Thema, wie offen gehen Kirchen damit um, wenn Missbrauchsfälle bekannt werden? Wie wird vertuscht und getrickst bei denen, deren  Kernkompetenz der Umgang mit eigener und fremder Schuld sein soll? Es ist nachvollziehbar, dass heute viele Menschen Abstand nehmen vom Christentum, wahrscheinlich wäre ich genauso, wenn die Medien mein ausschließliches  Informationsmedium wären.

Dabei verändert der christliche Glauben Menschen, die durch ihr bloßes Verhalten wie ein Leuchtturm wirken. Paulus beschreibt dies so: „Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung.“

Jeder Christ, in dem der Geist Gottes wohnt, wird Gutes selbst erleben und gleichzeitig ein Botschafter des Reiches Gottes sein. Das ist kein Programm, das ist einfach leben und glauben.

Umgang mit eigener Begrenzung

In einer Anekdote heißt es: „Im Zug gegenüber saß ein Mensch mit schmerzverzerrtem Gesicht. Ich dachte, er sei ein Christ, aber er hatte sich nur den Magen verdorben.“

Das bringt uns zu dem Thema. Kann man sich mit Schuld und Sünde beschäftigen und trotzdem ein fröhlicher Mensch sein? Für manche Fromme passt das nicht zusammen, Christsein ist eine ernste Angelegenheit und entsprechend muss die Haltung sein – unmissverständlich!

Paulus schreibt:„Was auch immer geschehen mag, meine lieben Brüder und Schwestern: Freut euch, weil ihr zum Herrn gehört! Ich werde nicht müde, euch immer wieder dasselbe zu sagen; weiß ich doch, dass es euch Gewissheit gibt.“

Freude als Grundeinstellung zum einen, wenn ich aus meiner Beziehung zu Gott liebevoll mit mir und meinen Mitmenschen umgehe, zum Andern, wenn ich scheitere und lieblos agiere (Schuld, Sünde = jede Art von Lieblosigkeit), dies jedoch vor Gott bringe und darin seine Gnade und Liebe erfahre.

Freude ist die Grundhaltung des Christseins. In diesem Sinne dürfen wir nach der närrischen Zeit voller Freude auf Ostern schauen, dem Gedenktag, der uns erinnert, weshalb diese Freude in dem Herrn überhaupt existieren kann.

Christus unser Erlöser und unser Richter

„Gerade das ist die Tiefe des Christentums, dass Christus zugleich unser Erlöser und unser Richter ist.“ Diese beiden jungen Geparden wurden in Namibia als ganz kleine Babies in einer Lodge aufgenommen, nachdem Wilderer ihre Mutter erschossen hatten. Sie sind deshalb an Menschen gewöhnt und dadurch möglich sich ihnen, vorsichtig und mit großem Respekt zu nähern, sie zu kraulen und dabei ihr kräftiges Schnurren nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren. Es war ein ganz besonderes und unvergessliches Erlebnis. Wir dürfen uns unserem Erlöser auch allezeit nähern, was eine große Gnade und nicht unser Verdienst ist. Es schleicht sich jedoch manchmal das Gefühl ein, dass dieser Zugang als Normalität und Selbstverständlichkeit angesehen wird und nichts Besonderes mehr darstellt (Gegenteil von Dankbarkeit ist nicht Undankbarkeit, sondern Selbstverständlichkeit). Die Beziehung könnte ja auch ganz anders aussehen, denn unser Erlöser ist auch unser Richter und da steht das unbequeme Thema Schuld an oberster Stelle. Es ist ein großes Vorrecht in der täglichen Abhängigkeit von Gottes Gnade befreit leben zu dürfen.