Angst – Ursache von GEWALT

An der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte in Wien sind 65000 Menschen mit Namen und Geburtsjahr aufgeführt – daran erinnern wir uns aktuell besonders.

Auch heute gibt es unsägliches Leid durch Gewalt, die von Menschen befohlen wird. Nach unserem Spruch sind sie von Angst getrieben und flüchten sich oft in die Aggression. Gewalt ist in diesem Sinne kein Zeichen von Stärke, sondern ein Symptom tiefer innerer Not.

Das wird nicht zugegeben, sondern „im Namen von…“ wird gemordet und zerstört. So versuchen sich Menschen der persönlichen Verantwortung zu entziehen. Doch der Spruch erinnert uns mahnend daran: Hinter jedem „Kreuzzug“ steckt oft nichts weiter als die nackte Angst vor dem Kontrollverlust.

Jesu Worte können einen trösten und die Angst nehmen: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Mut zum Risiko

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut etwas zu riskieren. Es muss nicht immer so spektakulär sein wie auf dem Foto. Wir haben mit unseren beiden Enkelinnen einen schönen Ausflug mit der Bahn zur Landesgartenschau gemacht. Dort gab es einen Wasserspielplatz, für die Jüngere hatten wir doppelte Kleidung dabei, für die Große nur eine frische Hose und Unterhose, das alles hätte geklappt, wäre die Große nicht ausgerutscht und richtig ins Wasser gefallen. Unterhemd, T-Shirt ersatzlos nass. Also nur die Softshelljacke angezogen und dann in die Stadt zum T-Shirt kaufen. Es gibt dort viele Eisdielen, Drogeriemärkte, wenig Bekleidungsgeschäfte. In einem Bekleidungsgeschäft, das nicht nach Kindermode aussah, habe ich trotzdem gefragt, ob es Kinder T-Shirts gibt, er bedauerte das, sagte aber dann, wir sollen trotzdem warten und kam nach einiger Zeit mit einem T-Shirt und dem Aufdruck „Ohne Mama läuft nichts“ zurück, das er uns sogar noch geschenkt hat. Als Oma und Opa kommen wir vor allem nachts manchmal an unsere Grenzen, aber dieses Risiko gehen wir gerne ein, erfahren wir doch durch die beiden Enkelinnen Leben pur.

Wichtiger als Wissen

Ein renommierter Unternehmensberater besuchte Picasso in seinem Atelier. Er war fasziniert von Picassos Erfolg und wollte das Geheimnis hinter seiner Kunst entschlüsseln, um es – ganz nach der Logik des Wissens – in eine reproduzierbare Methode zu gießen.

Der Berater fragte: „Meister, könnten Sie mir genau aufschreiben, was man tun muss, um so zu malen wie Sie? Welche Schritte gehen Sie? Welche Regeln befolgen Sie?“ Picasso lächelte, nahm ein Blatt Papier und begann zu schreiben. Der Berater war begeistert – er glaubte, er hielte nun das „Handbuch für Genialität“ in den Händen.

Als Picasso ihm das Papier reichte, stand dort nur ein einziger Satz: „Man muss die Augen schließen und singen.“

Wir erleben selbst, Wissen hat deutlich Grenzen, deshalb gilt ebenso: Lieben ist wichtiger als Wissen im Leben und Vertrauen wichtiger als Wissen im Glauben. Wir wünschen allen Gottes Segen mit diesen Gedanken.

Vergebung

Vergebung wird oft fälschlicherweise als ein Geschenk an denjenigen betrachtet, der uns Unrecht getan hat. Dabei ist Vergebung weit mehr als das bloßes Vergessen von Unrecht – sie ist ein innerer Befreiungsschlag, der uns in drei Richtungen verändert:

    • Nach oben: Wir werden dankbarer, weil wir erkennen, dass Gnade schwerer wiegt als jedes Urteil.
    • Nach außen: Wir werden barmherziger, da wir die Unvollkommenheit unserer Mitmenschen mit neuen Augen sehen.
    • Nach innen: Wir werden wahrhaftiger, weil wir unsere eigenen Wunden und Fehltritte ohne Maske akzeptieren.

Letztlich heilt Vergebung nicht die Vergangenheit, aber sie öffnet die Tür zu einer Zukunft, in der wir nicht mehr Gefangene unserer Bitterkeit sind.

Wir wünschen allen Gottes Segen mit diesen Gedanken.

Auferstehung

In der Auferstehung liegt eine zutiefst hoffnungsvolle Botschaft: Aus Zerbrechen kann Neues entstehen. Was verloren schien, kehrt verwandelt zurück. Die neue Schöpfung beginnt nicht trotz des Leidens, sondern durch das Leid hindurch. Das gilt nicht nur im theologischen Sinne. Es spricht auch zu den Menschen im Alltag: Krisen, Verluste und dunkle Phasen tragen in sich das Potenzial zur Erneuerung. Wer durch schwere Zeiten gegangen ist, hat erlebt, dass das Leben danach ein anderes – oft tieferes – werden kann. Ostern lädt uns ein, den Blick zu weiten: nicht zurück auf die Wunden, sondern voraus auf das, was neu werden darf. Es ist ein Fest der Hoffnung – nicht als Verdrängung des Schmerzes, sondern als Versprechen, dass der Schmerz nicht das letzte Wort hat. Der Anfang der neuen Schöpfung beginnt genau dort, wo alles verloren scheint.

Auferstehung…

 

Der Auferstandene gehe mit dir, heute und an jedem neuen Morgen.

Auferstehung bedeutet: Das Leben ist stärker als der Tod und die Liebe stärker als die Angst.

Wo Dunkelheit dich umhüllt, leuchte dir das Osterlicht.

Wo der Tod sein Wort zu sprechen scheint, sage dir das Leben das letzte.

Wo Angst dein Herz befangen hält, sei dir die Liebe Gottes Befreiung.

Denn der Stein ist weggerollt und das Grab hat nicht das letzte Wort.

Wissen hat Wirkung

Was uns vertraut ist, fällt uns sofort ins Auge. Was wir benennen können, nehmen wir wahr. Doch das Unbekannte bleibt oft unsichtbar, selbst wenn es direkt vor uns liegt. Ein Arzt erkennt in einem Gesicht Zeichen einer Krankheit, die ein Laie schlicht übersieht. Ein Musiker hört in einem Stück Strukturen, die anderen verborgen bleiben. Wissen ist kein neutrales Werkzeug – es formt unseren Blick.

Das ist einerseits eine Stärke: Erfahrung schärft die Wahrnehmung. Andererseits birgt es eine stille Gefahr. Wer nur das sieht, was er bereits kennt, läuft Gefahr, in seiner eigenen Gedankenwelt gefangen zu bleiben. Neues wird übersehen, Fremdes missverstanden, Unerwartetes abgetan.

Goethes Worte sind deshalb auch eine Einladung: zur Neugier, zur Offenheit, zum lebenslangen Lernen. Denn je mehr wir wissen und verstehen, desto reicher und weiter wird die Welt, die wir erblicken können.

Die Hauptsache muss die Hauptsache bleiben

Ereignisse und persönliche Erlebnisse machen deutlich wie verblendet unsere Gesellschaft ist. Im Iran und Libanon werden Häuser und Schulen zerbombt, Familien mit (kleinen) Kindern müssen fliehen, übernachten in provisorischen Zelten oder unter freiem Himmel und kämpfen ums Überleben. Doch die Aufmacher in den Nachrichten sind, die hohen Spritpreise bei uns… Andere können sich leidenschaftlich gegen die Bezeichnung „Schwarze“ einsetzen oder das Thema „Gendern“ platzieren, als gehe es dabei um SEIN oder nicht SEIN. Das alles zeigt mir, es fehlt ein Koordinatensystem, das wertet, was ist wirklich wichtig und was ist nebensächlich oder sogar ganz und gar unwichtig. Was ist die Hauptsache? Das Leben in guten Beziehungen zu Mitmenschen und für Gläubige zu Gott, Arbeit und Werte, die einen Sinn verleihen, dazu gehört auch Gesundheit – körperlich und seelisch. Jesus sagt: „Der Dieb kommt, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten. Ich aber bringe Leben – und dies im Überfluss.“ (Joh.10, 10). Wir sind Gott dankbar, dies als Hauptsache sehen zu können.

Der Gefahr ins Auge schauen

Auf einer Boots-Safari in Sri Lanka konnten wir viele seltene Vögel und Tiere beobachten. Highlight war das noch nicht ausgewachsene Salzwasserkrokodil, das ich mit dem Teleobjektiv durch die vielen Äste eines Mangrovenbaums hindurch fotografieren konnte. Für mich ein gutes Foto zu unserem heutigen Spruch: „Ich bin Optimistin, die sich viele Sorgen macht!“. Nicht die Augen verschließen, sondern der Gefahr direkt ins Auge schauen, ohne in Angst und Panik zu verfallen, weil ich mir meiner Position bewusst bin. Vieles können wir jedoch selbst nicht groß oder gar nicht beeinflussen und macht uns berechtigterweise Sorgen. Augen zu und durch kann zu einem bösen Erwachen führen, sich in den Sorgen zu verlieren, raubt einem jegliche Energie. Wer dagegen die Probleme klar und deutlich sieht und vertraut, dass sie, egal wie, ggf. mit Gottes Hilfe lösbar sein werden, bleibt in einer guten lebenswerten Balance.

Nicht Ängste verschenken

Für das Leben ist die Fähigkeit Angst zu haben entscheidend, um in kritischen Situationen fokussiert reagieren zu können. Die Ängste von anderen zu übernehmen oder sich von anderen in Angst versetzen zu lassen, dafür ist Angst nicht vorgesehen.

Wer dauerhaft in Angst lebt, ist ständig im Ausnahmezustand, was der Gesundheit und der Psyche schadet.

Nicht jeder hat für sein Leben eine Zukunftsvision, aber es ist möglich sich mehr auf das Positive zu konzentrieren.

Wir erleben das mit unseren Enkelinnen, wie sie sich freuen können über die Blumen, die nach dem Winter wieder im Garten zu blühen beginnen. Wie sie sich freuen und sich an einen kuscheln, wenn eine Geschichte vorgelesen wird.

Auch für den Glauben ist die Freude ein wesentlicher Faktor. Paulus schreibt: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euch: Freuet euch!“ Phil. 4,4.

Wir wünschen allen Gottes Segen mit diesen Gedanken.