Ist Christus nicht auferstanden…

Über die Osterfeiertage haben wir eine Radtour durch das Altmühltal gemacht und haben viele Kruzifixe gesehen, das war besonders an Karfreitag sehr beeindruckend. Wir haben auch einen Halt an der Weidenkirche in Pappenheim eingelegt.

Am Ostersonntag fanden wir dann viele aufwändig mit Eiern geschmückte Osterbrunnen, tolle Fotomotive – aber nichts, was an das leere Grab und die Auferstehung Jesu erinnert.

Wir haben mit dem Kreuz und dem Kruzifix eindrucksvolle Darstellung des Todes Jesu, aber, egal, wie sehr ich mich bemühte, ich finde kein Zeichen, das eindrucksvoll die Auferstehung Jesu darstellt. Dabei ist es doch erst die Auferstehung Jesu, die seinen Tod am Kreuz für mein Leben relevant macht.

Der christliche Glaube gründet ganz wesentlich auf die Auferstehung Jesu, die dokumentiert, dass Jesu dem Tod die Macht genommen hat und damit unsere Erlösung möglich wurde.

Paulus macht deshalb folgende fundamentale Aussage: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist euer Glaube eine Illusion; die Schuld, die ihr durch eure Sünden auf euch geladen habt, liegt dann immer noch auf euch.“ 1. Kor. 15, 17

Gott sei von Herzen Dank für dieses Angebot der Erlösung.

Ostern, Ostern

Auch wenn wir es oftmals nicht wahrhaben wollen, es gibt einen Konflikt zwischen Gut und Böse, das wird uns in den letzten Tagen deutlich vor Augen geführt. Entscheidend ist die Frage, wer wird der Sieger sein. Als Christen vertrauen wir, dass durch Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung er das Böse besiegt hat. Der Kampf ist gewonnen, das Urteil über das Böse gefällt – aber, aber leider noch nicht vollstreckt.

Bei all dem Leid, das wir in den Medien zu sehen bekommen, ist der Glaube an diesen Sieg oft eine Herausforderung.

Jesu Tod und Auferstehung, deren wir an Ostern besonders gedenken, hat auch eine ganz persönliche Bedeutung. Wenn Jesus das Böse besiegt hat und jedem anbietet, dass er das für jeden Menschen gemacht hat, der dies annimmt, dann ist er auf der Seite Jesu. Dieses Leben hat ein anderes Vorzeichen und damit auch eine andere Qualität.

„»Der Tod ist verschlungen in den Sieg.“ (1. Kor. 15, 54).

Das ist die Botschaft von Ostern.

Gott sei von ganzem Herzen Dank dafür.

Kinder…

Es ist einfach genial, wie sich aus einer winzigen befruchteten Eizelle innerhalb von kurzer Zeit ein kleines vollkommenes Menschlein entwickelt. In der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen kann es aber auch bergab gehen. Bettina Wegener drückt das treffend aus: Sind so kleine Hände, winz‘ge Finger dran. Darf man nie draufschlagen, die zerbrechen dann. Sind so kleine Füße mit so kleinen Zehn. Darf man nie drauftreten, könn sie sonst nicht gehn. Sind so kleine Ohren scharf, und ihr erlaubt. Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub. Sind so kleine Münder, sprechen alles aus. Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus. Sind so klare Augen, die noch alles sehn. Darf man nie verbinden, können sonst nichts sehn. Sind so kleine Seelen offen und ganz frei. Darf man niemals quälen, gehn kaputt dabei. Ist so‘n kleines Rückrat, sieht man fast noch nicht. Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht. Grade, klare Menschen wär‘n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückrat hab’n wir schon zuviel. Gott findet seine kleinen Geschöpfe so vollkommen, dass Jesus sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nie ins Himmelreich kommen.“ Einfach und genial der Weg Gottes, um in sein Reich kommen zu können.07

Vertrauen erhebt die Seele

Einfach mal abheben, die eigene Welt von oben betrachten wie hier aus einem Heißluftballon. Dieses von oben Betrachten ändert nicht die Gegebenheiten, aber ich bekomme einen anderen Blick darauf, damit sieht vieles nicht mehr so dramatisch aus, als wenn ich direkt in der Situation stehe und nichts anderes als das Problem noch sehen kann. Heißluftballonfahrten sind eine kostspielige Angelegenheit. Jean-Jacques Rousseau, ein Pädagoge, der seine Welt im 18. Jahrhundert revolutionierte, beschreibt eine einfachere Variante – das Vertrauen. Das Vertrauen erhebt die Seele. Wer vertrauen kann, findet in allen Situationen ausreichend Abstand, sieht nicht nur, wie es weitergehen kann, sondern sieht, wie es gut weitergehen kann. Vertrauen ist ein kostbares Gut, das es nicht zum Nulltarif gibt. Es kostet oftmals viel Überwindung, es bedarf vieler Dennochs „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ Ps. 73,23 Wir wünschen allen besonders in diesen schwierigen Zeiten den Blick auf Erfahrungen und Erlebnisse, die das Vertrauen in Gott stärken.

Gottes Sehnsucht, der Mensch

In Sehnsucht vereinen sich zwei Aspekte, einmal das innige Verlangen nach einer Person, Dingen … und das Gefühl, durch dieses innige Verlangen enttäuscht werden zu können.

Beides trifft zu auf Gottes Sehnsucht: „Gott hat diese ganze Welt so in seiner Liebe umfasst, dass er seinen Sohn, der sein Ein und Alles war, hingab.“  (Joh. 3,16)

Die Sehnsucht Gottes ist so groß, dass er bereit ist, Enttäuschungen zu ertragen, dass Menschen ihm nicht vertrauen trotz seiner Liebe, die er mannigfach bezeugt. „Keiner, der sein Vertrauen auf ihn setzt, geht verloren. Wer aber ihm vertraut, der hat damit das Leben voller Ewigkeit.“

Der Mensch, nach dem sich Gott sehnt, ist nicht vollkommen, sondern einfach ein Mensch, der Gott vertraut. Und wie aus vielen Puzzlestücken mit der Zeit ein immer klareres Bild entsteht, so entwickelt sich auch der Mensch, ohne jemals ganz fertig zu sein – auch nicht im hohen Alter.

Wenn es Bereiche gibt, in denen keine Kontur erkennbar ist – was soll‘s, das ist für Gott nicht relevant, relevant ist für ihn allein das Vertrauen, dass ich durch seinen Sohn das Leben in Fülle habe und dieses Leben in großer Dankbarkeit gestalte.

Wer Schwäche nicht zugeben kann…

Der heutige Spruch ist eine Aussage des Schriftstellers Robert Schneider in der „SWR1 Leute“-Sendung beim Thema „Putins Krieg in der Ukraine“. Darüber kann sich jeder selbst weiter Gedanken machen, dies wird hier nicht weiter vertieft.

Der Spruch macht eine grundsätzliche Aussage zur ganz persönlichen Haltung gegenüber der eigenen Schwäche. Unzweifelhaft hat jeder Stärken, jeder hat Schwächen. Schade ist es, wenn Stärken vorhanden sind, einem nicht bewusst sind und damit brach liegen. Richtig problematisch wird es jedoch, wenn es Schwächen gibt, die man sich selbst nicht eingesteht, d. h. wenn ich in dem Bereich nicht ehrlich zu mir selbst bin. Diese verdrängte Schwäche wirkt, wie alles, was verdrängt wird, was dazu führt, dass das Unterbewusstsein einen antreibt zu allem, was als Kompensation taugen könnte (Symbole der Stärke oder Machtdemonstrationen).

Welche Möglichkeiten ergeben sich bei diesem Thema aus dem christlichen Glauben? Wer sich bei Gott angenommen weiß mit seinen Stärken und mit seinen Schwächen, kommt auch in der Selbstannahme voran. Ein Angebot, für das wir Gott von Herzen dankbar sein dürfen

Der tiefere Sinn von Einheit

Ein größeres Unternehmen beauftragte eine namhafte Beraterfirma die Organisation zu optimieren. Heraus kam, dass die Zusammenarbeit von zwei wesentlichen Abteilungen nicht funktioniert. Als Lösung wurden die beiden Abteilungen einfach in einen gemeinsamen Bereich mit einem neuen Leiter zusammengefasst. Das Ergebnis: die Beraterfirma hat ein dickes Honorar eingestrichen, es gab neue Abteilungsbezeichnungen, aber wesentlich mehr war nicht, die Mitarbeiter haben weitergearbeitet wie eh und je. Willy Brandt sagte den legendären Spruch: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“ Zu diesem Zusammenwachsen gehört „einander ganz und ernsthaft öffnen und annehmen“. Genau dies ist die Herausforderung. Wo immer es um Einheit geht, sei es in der Ehe, der Familie, Organisationen, Ländern … es ist ein Prozess, bei dem Geduld und Ausdauer gefragt ist. Paulus sagt: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat…“ Rö. 15, 7. Um Menschen so annehmen zu können, muss ich mich selbst angenommen haben und mich bei Gott angenommen wissen. Diese Gewissheit wünschen wir allen.

Unsere Hoffnung…

Die Hoffnung, dass eines Tages alles gut sein wird, ist in vielen Christen fest verankert und im apostolischen Glaubensbekenntnis formuliert: „Ich glaube an Gott, den Vater, … und an Jesus Christus, …am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Alles ist in Ordnung meint, alles funktioniert. Es sagt nichts darüber aus, ob es gut oder schlecht ist oder sogar beides. Die einen profitieren von der Ordnung, die anderen leiden unter der Ordnung (Bsp. unsere Weltwirtschaftsordnung bevorzugt die reichen Länder und benachteiligt die armen Länder). Momentan wird uns vor Augen geführt, dass ein machthungriger Präsident die funktioniere Weltordnung nach seiner ganz speziellen Vorstellung zu einer anderen Weltordnung verändern will. Eine stabile Ordnung gibt es nur, wenn es für alle gut ist, und das wird es erst Realität, nachdem Jesus wiedergekommen ist und alles neu gemacht hat. Das ist die Hoffnung, die Christen in sich tragen, und diese Hoffnung trägt auch in schwierigen Zeiten. Diese Hoffnung wünschen wir allen.

Neue Gesinnung verändert die Welt

Unser Spruch vom Arzt und Theologen Albert Schweizer konfrontiert uns mit der Frage, worin liegt das Heil der Welt, in Maßnahmen oder Aktivitäten oder in der Gesinnung oder Einstellung der Menschen. Aktivitäten lassen sich leicht aus einem Maßnahmenkatalog starten. Weil nicht sicher sein kann, ob und wie sie umgesetzt werden, sind regelmäßige Kontrollen und ggf. zusätzliche Maßnahmen erforderlich, die „sicherstellen“, dass die vereinbarten Aktivitäten wie vereinbart tatsächlich umgesetzt werden. Gesinnung/Einstellung eines Menschen basiert auf Erfahrungen, auf solchen, die einem heute noch bewusst sind, aber genauso auf Erfahrungen, die einem heute nicht mehr bewusst sind. Damit ist klar, die Änderung einer Gesinnung/Einstellung kann nur über viele neue Erfahrungen erfolgen, die ein deutliches Gegengewicht zu all den bisherigen Erlebnissen, auch den meist nicht mehr bewussten Enttäuschungen und Verletzungen darstellen. Christen sind aufgerufen, dass die Menschen dieser Welt durch Begegnungen mit ihnen kleine positive Erfahrungen machen und damit zu einer Gesinnungsänderung beitragen, die heute notwendiger ist als je zuvor.

Beziehungen leben

Der Spruch des Mathematikers Blaise Pascal beschreibt eine wichtige Lebenserfahrung. Nicht das ganz besondere Geschenk, jeweils zum Geburtstag, Weihnachten oder Hochzeitstag, sagt etwas über die Beziehung aus, sondern wieviel Zeit wir im Alltag miteinander verbringen. Für besondere Geschenke konzentriert man sich eine kurze Zeit, dann ist das Thema wieder weg.

Wenn ich mir regelmäßig Zeit nehme, wird mein Gegenüber zu einem Teil von mir und meinem Leben, das hat eine ganz andere Qualität.

Dies kann sehr gut auch auf die Beziehung zu Gott übertragen werden. Gott möchte nicht durch einmalige oder regelmäßige Leistungen (Askese, große finanzielle Spenden, besonderes Engagement oder Missionseifer…) beeindruckt werden, sondern möchte, dass ER ein Teil von mir und meines Lebens ist.

Der christliche Glaube ist eine Beziehungsglaube. Beziehungen müssen gelebt werden und können durch absolut nichts kompensiert werden.

Wir wünschen allen diesen gelebten Beziehungsglauben, jeden Tag.