Mut zum Risiko

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut etwas zu riskieren. Es muss nicht immer so spektakulär sein wie auf dem Foto. Wir haben mit unseren beiden Enkelinnen einen schönen Ausflug mit der Bahn zur Landesgartenschau gemacht. Dort gab es einen Wasserspielplatz, für die Jüngere hatten wir doppelte Kleidung dabei, für die Große nur eine frische Hose und Unterhose, das alles hätte geklappt, wäre die Große nicht ausgerutscht und richtig ins Wasser gefallen. Unterhemd, T-Shirt ersatzlos nass. Also nur die Softshelljacke angezogen und dann in die Stadt zum T-Shirt kaufen. Es gibt dort viele Eisdielen, Drogeriemärkte, wenig Bekleidungsgeschäfte. In einem Bekleidungsgeschäft, das nicht nach Kindermode aussah, habe ich trotzdem gefragt, ob es Kinder T-Shirts gibt, er bedauerte das, sagte aber dann, wir sollen trotzdem warten und kam nach einiger Zeit mit einem T-Shirt und dem Aufdruck „Ohne Mama läuft nichts“ zurück, das er uns sogar noch geschenkt hat. Als Oma und Opa kommen wir vor allem nachts manchmal an unsere Grenzen, aber dieses Risiko gehen wir gerne ein, erfahren wir doch durch die beiden Enkelinnen Leben pur.

Wichtiger als Wissen

Ein renommierter Unternehmensberater besuchte Picasso in seinem Atelier. Er war fasziniert von Picassos Erfolg und wollte das Geheimnis hinter seiner Kunst entschlüsseln, um es – ganz nach der Logik des Wissens – in eine reproduzierbare Methode zu gießen.

Der Berater fragte: „Meister, könnten Sie mir genau aufschreiben, was man tun muss, um so zu malen wie Sie? Welche Schritte gehen Sie? Welche Regeln befolgen Sie?“ Picasso lächelte, nahm ein Blatt Papier und begann zu schreiben. Der Berater war begeistert – er glaubte, er hielte nun das „Handbuch für Genialität“ in den Händen.

Als Picasso ihm das Papier reichte, stand dort nur ein einziger Satz: „Man muss die Augen schließen und singen.“

Wir erleben selbst, Wissen hat deutlich Grenzen, deshalb gilt ebenso: Lieben ist wichtiger als Wissen im Leben und Vertrauen wichtiger als Wissen im Glauben. Wir wünschen allen Gottes Segen mit diesen Gedanken.

Vergebung

Vergebung wird oft fälschlicherweise als ein Geschenk an denjenigen betrachtet, der uns Unrecht getan hat. Dabei ist Vergebung weit mehr als das bloßes Vergessen von Unrecht – sie ist ein innerer Befreiungsschlag, der uns in drei Richtungen verändert:

    • Nach oben: Wir werden dankbarer, weil wir erkennen, dass Gnade schwerer wiegt als jedes Urteil.
    • Nach außen: Wir werden barmherziger, da wir die Unvollkommenheit unserer Mitmenschen mit neuen Augen sehen.
    • Nach innen: Wir werden wahrhaftiger, weil wir unsere eigenen Wunden und Fehltritte ohne Maske akzeptieren.

Letztlich heilt Vergebung nicht die Vergangenheit, aber sie öffnet die Tür zu einer Zukunft, in der wir nicht mehr Gefangene unserer Bitterkeit sind.

Wir wünschen allen Gottes Segen mit diesen Gedanken.

Auferstehung

In der Auferstehung liegt eine zutiefst hoffnungsvolle Botschaft: Aus Zerbrechen kann Neues entstehen. Was verloren schien, kehrt verwandelt zurück. Die neue Schöpfung beginnt nicht trotz des Leidens, sondern durch das Leid hindurch. Das gilt nicht nur im theologischen Sinne. Es spricht auch zu den Menschen im Alltag: Krisen, Verluste und dunkle Phasen tragen in sich das Potenzial zur Erneuerung. Wer durch schwere Zeiten gegangen ist, hat erlebt, dass das Leben danach ein anderes – oft tieferes – werden kann. Ostern lädt uns ein, den Blick zu weiten: nicht zurück auf die Wunden, sondern voraus auf das, was neu werden darf. Es ist ein Fest der Hoffnung – nicht als Verdrängung des Schmerzes, sondern als Versprechen, dass der Schmerz nicht das letzte Wort hat. Der Anfang der neuen Schöpfung beginnt genau dort, wo alles verloren scheint.

Auferstehung…

 

Der Auferstandene gehe mit dir, heute und an jedem neuen Morgen.

Auferstehung bedeutet: Das Leben ist stärker als der Tod und die Liebe stärker als die Angst.

Wo Dunkelheit dich umhüllt, leuchte dir das Osterlicht.

Wo der Tod sein Wort zu sprechen scheint, sage dir das Leben das letzte.

Wo Angst dein Herz befangen hält, sei dir die Liebe Gottes Befreiung.

Denn der Stein ist weggerollt und das Grab hat nicht das letzte Wort.