
Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig




Manche sehen ein ½ volles Glas, andere sehe eher das ½ leere Glas, das ist im wahrsten Sinne des Wortes Ansichtssache. Bedenklich finde ich diejenigen, die bei einem vollen Glas nur sehen, dass es nicht randvoll ist und genau dies zum wichtigsten Thema machen, welches alle anderen Themen überstrahlt.
Ein Zitat von Michal Gorbatschow lautet: „Man ist entweder Teil der Lösung oder Teil des Problems. Ich habe mich für ersteres entschieden.“
Wer sich auf Probleme konzentriert, dessen Blick ist im Wesentlichen darin gefangen. Ich leide an dem Problem und vermittle das Problem damit auch meiner Umgebung, ohne überhaupt etwas daran zu ändern.
Wer nach einer der vielen Lösungen sucht, weitet automatisch den Blick, ist engagiert, kreativ und am Ende ist die Freude groß über die gefundene Lösung, die das Problem erträglicher macht, reduziert oder sogar löst. Beeindruckend, wie mit dem aktuellen Stress in den Kliniken umgegangen wird, finde ich einem Video im Internet, in dem PflegerInnen, ÄrztInnen und SanitäterInnen kurzerhand zu einem aktuell Hit tanzen.
Der Glaube ist eine ernste Sache, hängt doch das Leben davon ab. Aber das Problem der Sünde ist ein für allemal gelöst. Deshalb ruft Paulus allen Gläubigen zu: „Freut euch im Herrn. Ich betone es noch einmal: Freut euch!“ (Phil. 4,4)
Wir wünschen allen, dass wir mit Gottes Hilfe in der Sichtweise für Lösungen wachsen.

An der Schwelle zum Neuen Jahr steht die Frage im Raum, was bleibt, wenn das Jahr 2020 vorbei ist. Für jeden selbst stellt sich früher oder später auch die Frage, was bleibt, wenn ALLES vorbei ist? Unser Spruch macht heute einen genialen Gedankensprung, was IST NICHT VORBEI, gerade wenn nichts bleibt? Das alles sind Fragen, die tief unser Menschsein berühren und uns bei der Suche nach Orientierung helfen. So sehr mir der Spruch gefällt, Paulus legt die Prioritäten gerade andersherum. „Die Liebe vergeht niemals. Prophetische Eingebungen werden aufhören; das Reden in Sprachen, die von Gott eingegeben sind, wird verstummen; die Gabe der Erkenntnis wird es einmal nicht mehr geben. Denn was wir erkennen, ist immer nur ein Teil des Ganzen, und die prophetischen Eingebungen, die wir haben, enthüllen ebenfalls nur einen Teil des Ganzen. Eines Tages aber wird das sichtbar werden, was vollkommen ist. Dann wird alles Unvollkommene ein Ende haben… Was für immer bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor. 13)
In dieser festen Gewissheit wünschen wir allen ein gutes Neues Jahr 2021.


Wenn man „wichtige Dinge“ googelt findet man u.a. folgende Zitate:
Wir merken, wichtige Dinge im Leben sind keine Gegenstände (Dinge), „wichtige Dinge“ sind gute Beziehungen, Umarmungen und Begegnungen, Nähe. Wie sehr wir davon leben, erleben wir gerade in dieser Zeit bei jedem Telefonat, jeder Videosession jeder kurzen Begegnung.
Wir erleben ebenso, dass gute Beziehungen „Bestand“ haben über Jahre hinweg, selbst wenn der Kontakt unterbrochen war. Schnell knüpft man an gute frühere Begegnungen wieder an.
Damit erleben wir die Dimension der Aussage von Paulus „Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe.“ (1. Kor 13).
Und wir spüren ebenfalls, wie wahr die zweite Aussage ist: „Von diesen dreien aber ist die Liebe das Größte.“ Wir wünschen allen gute Begegnungen, viel Nähe auch bei räumlicher Distanz.




…Der Inkompetente tritt immer als Fachmann auf, der Grausame als Barmherziger, der Sünder als Frommer, der Wucherer als Wohltäter, der Schäbige als Patriot, der Arrogante als Demütiger, der Plebejer als edler Herr und der Einfaltspinsel als Intellektueller.“ (aus dem Roman „Das Spiel des Engels“)
Wie schwer es ist, im Umfeld solcher Menschen (über-) leben zu können, verdeutlich Jesus in der Geschichte vom Pharisäer und dem Zöllner mit einer gnadenlos ehrlichen Einleitung. „Jesus wandte sich nun an einige, die in ´falschem` Selbstvertrauen meinten, ´in Gottes Augen` gerecht zu sein, und die deshalb für die anderen nur Verachtung übrig hatten …“ (Lk. 18,9)
Jesus durchschaut die Schauspieler und stellt sie bloß, das hat er mit seinem Leben bezahlen müssen, denn rüttelt jemand an solch einem Fassadengebäude, wird wahnsinnig viel Energie aktiviert – es geht hier immer um Leben und Tod.
Es hilft uns, solche Systeme zu durchschauen, um sich vor solchen Menschen so gut es geht zu schützen, um weiter im Vertrauen zu Gott, zu sich selbst und zu seinen Nächsten in guter Beziehung leben zu können.