Traue nicht…

Der Spruch hat bei mir folgendes Bild ausgelöst. Ein Garten, in dem jedes verdächtige Pflänzchen ausgerissen bzw. mit Unkrautvernichtungsmittel bekämpft wird. Bäume, Sträucher und Hecken in klaren exakten geometrische Formen geschnitten.

Mit diesem Bild sagt mir der Spruch, es gibt Orte, wo alles entfernt wird, was nicht der eigenen Vorstellung entspricht. Was übrig bleibt, wird so verbogen und beschnitten, dass es genau den eigenen Vorstellungen entspricht. Das erleben wir aktuell in Staaten, manchmal in Unternehmen, Familien und Kirchen.

Zum Leben aber gehört, dass es neben den gepflanzten und gesäten Pflanzen auch Kräuter gibt, die wachsen, weil ihr Same durch den Wind getragen wurde. Und auch die gesetzten Pflanzen wachsen individuell und haben deshalb ganz unterschiedliche Formen.

Jesus antwortet selbst in einer seiner Geschichten auf die Frage: „Willst du also, dass wir hingehen und es ausjäten?“ – eindeutig NEIN – weil das erst zur bestimmten Zeit und durch dafür bestimmte Fachleute erfolgen wird (Matth. 13, 28—30)

Berechtigtes Misstrauen bewahrt vor Enttäuschungen und fördert die Fähigkeit grundsätzlich vertrauen zu können.

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